"Das Gesamtkonzept muss stimmen"

Interview mit Hendrik Lenfers, Vertrieb und Marketing, guttenberg + partner

01.03.2014

Lichtdesign hat viele Facetten: eine davon ist die Lichtwerbung. Sie soll Akzente setzen, herausstechen. Gerade hier ist es besonders wichtig, die Grenze zwischen ansprechend auffallend und billig bunt nicht zu überschreiten. Hendrik Lenfers von guttenberger + partner sprach kurz nach der diesjährigen EuroShop über Light-Frame-Rahmen, extrem dünne StyLED-Buchstaben und den geschmackvollen Einsatz von App-gesteuerten RGB-LEDs.
Bild: Lächelnder Mann im Anzug; Copyright: Messe Düsseldorf

Hendrik Lenfers; © Messe Düsseldorf

Herr Lenfers, die Firma guttenberger + partner war zum sechsten Mal auf der EuroShop dabei. Wie ist es für Sie gelaufen?

Hendrik Lenfers: Gut. Es war wirklich interessant, wir konnten viele neue Kontakte knüpfen und unsere Bestandskunden persönlich antreffen. Was letztendlich davon Früchte trägt, müssen wir natürlich noch abwarten.

Ihr Stand hatte eine besonders auffallende Deckenbeleuchtung.

Lenfers: Ja, dabei handelt es sich um einen Textildruck auf einem Aluminiumprofil ( Light- Frame-Rahmen), das an der Decke befestigt und von dahinterliegenden LEDs beleuchtet wird. Da die Messehallendecke ziemlich hoch war, wurde die abgehangene Lichtdecke an unserem Stand von den Kunden als sehr angenehm empfunden.

Welche Arten der Lichtwerbung sind derzeit besonders gefragt?

Lenfers: Das sind zum einen die Light-Frame-Rahmen, über die wir gerade gesprochen haben. Diese werden viel im Ladenbau verwendet und haben den Vorteil, dass der Kunde den Bezug selber beliebig oft austauschen und bei den Motiven flexibel bleiben kann. Zum anderen werden häufig StyLED-Buchstaben eingesetzt. Dies sind Vollacryl-Buchstaben, in denen LEDs eingegossen werden, so dass man einen ziemlich schlanken, filigranen Buchstaben erhält.

Wie wichtig ist der Einsatz energieeffizienter Leuchtmittel für Sie?

Lenfers: Im Grunde bieten wir immer LEDs an. Diese sind wartungsfreier und es kann viel Energie mit ihnen gespart werden. Wir sind gerade dabei, eigene LEDs zu entwickeln, damit wir unseren Kunden wirklich alles aus einer Hand anbieten können.
Bild: Gebäude bei Nacht. Darauf steht in beleuchteten Buchstaben: "Hochschule Hamm-Lippstadt". Das Logo leuchte je zur Hälfte blau und rosa; Copyright: guttenberg + partner

Dezent und direkt: die über eine App steuerbare RGB-LED der Hochschule Hamm; © guttenberg + partner

Alles aus einer Hand ist ihr übergreifendes Konzept?

Lenfers: Ja, Lichtwerbung machen mittlerweile viele Firmen und bei uns steht zusätzlich der Fullservice im Mittelpunkt. Hierbei arbeiten Architekten und Ladenbauer Hand in Hand. Bei der Planung der Lichtwerbung, klären wir zusammen mit dem Kunden jene Dinge, die im Vorfeld beachtet werden müssen. Wenn beispielsweise die Werbung an die Fassaden angebracht werden soll, kümmern wir uns um die entsprechenden Genehmigungen bei den Behörden.

Auf welches Projekt blicken Sie gerne zurück?

Lenfers: Die Einzelbuchstabenanlage mit RGB-LEDs, die wir für die Hochschule in Hamm anbringen durften, ist ein solches Projekt. Durch diese LEDs können verschiedene Farbverläufe wiedergegeben werden und der Kunde kann diese an der Fassade selber programmieren. Die Installation einer Lichterdecke in Oslo war ebenfalls ein imposantes wie interessantes Projekt.

Inwiefern ist Steuerung ein Thema im Bereich Lichtwerbung?

Lenfers: Steuerung ist mitunter ein bedeutsames Thema, denn gerade die Energieersparnis wird immer wichtiger. Durch unsere tageslichtabhängigen Steuerungen, passen sich die Werbeanlagen der Umgebungshelligkeit automatisch an. Zeitschaltungen sind auch eine gern genommene Alternative.

Was ist wichtig bei der Planung von Lichtwerbung?

Lenfers: Es kommt immer auf das Gesamtkonzept an. Wenn man abends durch die Innenstadt geht und ein Geschäft mit einem aufeinander abgestimmten Lichtkonzept sieht, spricht mich dieses mehr an, als ein wilder Mix von Lichtern.

Wie realisieren Sie das mit RGB-Beleuchtung?

Lenfers: Die RGB-Technik befindet sich noch im Aufbau. Wird sie aber gekonnt eingesetzt, passt sie sich in die Architektur des Gebäudes ein. Wir haben beispielsweise die Fassade eines Hotels mit horizontalen RGB-Lichtbändern verschönert und somit eine Beziehung zur Architektur des Gebäudes geschaffen.

Autor: Natascha Mörs; EuroShop
Erstveröffentlichung auf iXtenso.com