„Es hat sich bewährt, ein Namensschild auf der rechten Seite zu tragen“

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EuroShop-Interview mit Angela Klimmek, Marketing-Leiterin badgepoint Namensschilder Systeme

„Professionelle Namensschilder sind ein wichtiger Bestandteil der modernen Corporate Identity“, sagt Angela Klimmek. „Durch ihren Namen signalisieren die Mitarbeiter Verantwortungs- bewusstsein und sind jederzeit direkt ansprechbar.“ Klimmek leitet das Marketing von badgepoint aus Ahrensburg bei Hamburg. Die Firma hat sich - anders als andere Anbieter - allein auf Premium-Namensschilder spezialisiert. Mit Angela Klimmek sprachen wir über die Wünsche des Handels, über Trends und darüber, ob man den Vornamen auf das Schild schreiben sollte.

Will jede Branche andere Namensschilder?


Die Anforderungen in den verschiedenen Branchen unterscheiden sich sehr. Beispielsweise im Pflegebereich werden fast ausschließlich Namensschilder zur Selbstbeschriftung verwendet, die günstig, haltbar und gut lesbar sind. Auf der anderen Seite wird zum Beispiel im Hotel großer Wert auf eine ansprechende, edle Optik gelegt. In der Eventbranche sind sogar ganz eigene Produkte auf dem Markt, die nicht für die tägliche Anwendung geschaffen sind. Wir beobachten, dass gerade im Handel die Schere sehr groß ist. Hier kann man einen direkten Zusammenhang zwischen der Wertigkeit der angebotenen Ware und der Wertigkeit der Darstellung des Corporate Designs auf dem Namensschild herstellen.

Welche Handelssegmente haben aus Ihrer Sicht noch Nachholbedarf bei den Schildern?

Generell haben wir im Handel keine Segmente, die noch keine Namensschilder verwenden. Wir erhoffen uns, dass die Segmente noch stärker darauf achten, ein Namensschild auszuwählen, welches zum Image der angebotenen Produkte und des eigenen Unternehmens passt. So finden wir, dass ein Discounter ein anderes Schild verwenden darf als ein Feinkostgeschäft.

Gibt es bei den Schildern Modetrends? Was ist zurzeit angesagt?

Ein Namensschild soll dem Corporate Design einen Rahmen geben und ihm nicht die Show stehlen. Im Gegenteil: Bei der Entwicklung von Namensschildern tragen wir Trends Rechnung, die in der Entwicklung von Firmenlogos zurzeit aktuell sind. Besonders beliebt sind Rahmen in Edelstahloptik. Diese passen sich fast jedem CI an und wirken edel auf fast jeder Kleidung.

Wo trägt man ein Namensschild – rechts oder links?

Es hat sich bewährt, ein Namensschild auf der rechten Seite zu tragen. Man gibt sich hierzulande mit Rechts die Hand. Dabei wandert der Blick automatisch von der Hand zum Gesicht und streift dabei automatisch das Namensschild. Leider hält sich hartnäckig die Aussage, man trage die CI am Herzen. Besser wäre: Man trage die CI auf der rechten Seite auf dem Namensschild und dafür im Herzen!

Und noch ein Ratschlag für die Herren: Tragen Sie Ihr Namensschild am Revers! Namensschilder, die an Sakkotaschen aufgesteckt werden, neigen sich immer nach unten. Damit ist für einen größeren Gesprächspartner der Name nicht mehr zu sehen.

Soll man den Vornamen angeben?

Ich halte Namensschilder mit Vornamen im Kundenkontakt für persönlicher. Wenn allerdings ein sehr kleines Namensschild gewählt wurde und die Schriftgröße bei der Verwendung von Vor- und Nachnamen zu stark verkleinert werden müsste, würde ich wiederum der Lesbarkeit den Vorzug geben. Wir kürzen in aller Regel bei sehr langen Namen. Wenn der Name nicht mehr auf den ersten Blick lesbar ist, dann kommen für Vornamen die Initialen zur Anwendung.

Was spricht für fertig gedruckte Namensschilder? Wie hoch ist bei Ihnen der Anteil der Schilder zum Selbstbeschriften?

Der Anteil an Schildern zur Selbstbeschriftung ist bei badgepoint mit etwa 70 Prozent sehr hoch. Der Vorteil an fertig gedruckten Schildern liegt auf der Hand: Der Kunde kann die Namensschilder nach der Auslieferung sofort einsetzen und hat damit keinen Aufwand mehr. Leider kommt der Nachteil recht schnell zum Vorschein: Wird ein neuer Mitarbeiter, eine Aushilfe oder auch nur ein Praktikant eingestellt, kann es mit der Beschaffung eines einzelnen Schildes schwierig werden.

Wir legen daher Wert auf Flexibilität und machen unseren Kunden einen attraktiven Vorschlag: badgepoint nutzt für Namensschilder mit dem Druckverfahren „quick print“ den Vorteil des digitalen UV-Direktdrucks. Das Motiv wird detailgenau hinter der Sichtscheibe aufgedruckt und anschließend gehärtet. Die Erstbestückung mit austauschbaren Namenskarten wird von uns nach den Listen des Kunden vorgenommen. Das ist bei badgepoint übrigens ein kostenloser Service. Damit hat der Kunde alle Vorteile des fertig gedruckten Schildes – keine Arbeit – und kann trotzdem schnell und flexibel selbst beschriften. Damit nimmt bei uns die Nachfrage nach fertig gedruckten Schildern immer weiter ab und die Kundenzufriedenheit zu.

 
 

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Wie stellt man beim Selbstbeschriften sicher, dass das Corporate Design in allen Filialen einheitlich ist?

Eine gute Möglichkeit, die wir unseren Kunden kostenlos zur Verfügung stellen, ist die Verwendung unseres badgeservers online. Man arbeitet an allen Arbeitsplätzen über das Internet auf unserem Server. Hier kann man zentral ein Design erstellen – mit Logo und der Platzierung des Namens. Wenn nun alle Filialen auf diesen Account zugreifen dürfen, können zumindest in der Darstellung des Corporate Designs keine Abweichungen stattfinden. Es bleiben die druckbedingten Abweichungen durch die Verwendung unterschiedlicher Drucker und Toner oder Tinten.

In Unternehmen, in denen noch professioneller dargestellt werden soll, empfehlen wir folgende unkomplizierte Lösung: Es ist inzwischen sogar möglich die Rückseite der Sichtscheibe zu bedrucken, so dass das Logo immer einheitlich ist und von außen nicht als Bedruckung erkannt werden kann. So kann man den Filialen die Erstellung der Namenskarten auf Papier überlassen. Wenn die Namenszüge in schwarz gedruckt werden, wird nicht einmal ein Farbdrucker benötigt, der ja oftmals nicht in jeder Filiale vorhanden ist.

Übernehmen Sie auch die Logistik für Filialisten?

Grundsätzlich ja. badgepoint arbeitet hier seltener mit Lagerung, da wir als Hersteller mit dem Grundsatz „Made in Germany“ alle Rohteile zu jeder Zeit am Lager haben. Daraus können wir „just in time“ für Filialisten große und kleine Mengen „on demand“ für jede Filiale zur Verfügung stellen. Allerdings sollte die Liefermenge pro Filiale nicht unsere Mindestbestellmenge von 10 Stück unterschreiten. Wir haben selbstverständlich viele Erfahrungen mit Großkunden. Hier ist viel Individualität gefragt und wir sind sehr offen und kreativ, um die passende logistische Lösung für solche Partner zu entwickeln.

Und was gibt es für kleine Händler?

Für kleinere Betriebe kann badgepoint fast jedes Produkt ab einer Mindestbestellmenge von 10 Stück liefern. Insgesamt bieten wir zahlreiche Lösungen in fast allen Preislagen an. Beginnend mit etwa 4 Euro pro Stück für ein Namensschild zur Selbstbeschriftung mit Magnetbefestigung bis hin zu aufwändigeren Lösungen mit Logo-Druck – auch ab 10 Stück.

 
 

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Welche Befestigung empfehlen Sie als textilschonende Alternative zur Sicherheitsnadel?

Weit über 90 Prozent unserer Kunden wünschen eine textilschonende Befestigung. badgepoint hat ein kleidungsschonendes, aber dennoch haltbares, patentiertes Magnetsystem entwickelt. Der Vorteil gegenüber handelsüblichen Magneten besteht darin, dass auf jeder Seite – Schild und Gegenmagnet – eine Magnetpille und eine Vertiefung ineinander greifen. Dadurch wird das Verrutschen verhindert und das Schild bleibt den ganzen Tag an der Stelle haften, an der es angebracht wurde. Dieses Magnetsystem „smag“ ist in zwei Stärken erhältlich, wobei der starke Magnet die doppelte Haftkraft besitzt. Beide „smag“-Magnete sind komplett in Kunststoff gekapselt und können so auch direkt auf der Haut getragen werden.

Was ist aus Ihren Messeneuheiten von der EuroShop 2011 inzwischen geworden?

Das neuste Mitglied in unserer Produktfamilie war 2011 unser Produkt „amigo“ mit runden oder quadratischen Logo-Elementen, das wir auf der Euroshop in den Vordergrund gestellt haben. „amigo“ ist in der Zwischenzeit ein wichtiger Bestandteil unseres Portfolios geworden, da es dem Trend zu kleineren runden oder eckigen Logos Rechnung trägt und daher am Markt, speziell im Handel, sehr gut ankommt.

Wie groß ist Ihr Exportanteil? Welche Namensschilder werden in anderen Ländern nachgefragt?

Die Exportquote bei badgepoint liegt derzeit bei etwa 30 Prozent. Speziell in Amerika ist die Verwendung von Schildern zur Selbstbeschriftung noch neu. Es finden dort eher Plaketten und geprägte Schilder Anwendung. Der Trend geht aber auch dort zu moderneren Anmutungen und es gibt schon zahlreiche begeisterte Anwender.

Überall dort, wo sich Kulturen begegnen, müssen auch zwei Schriften Platz auf den Schildern finden, da die Namen oft in lateinischer Schrift und Landesschrift angegeben werden. Hier entscheidet man sich oftmals für größere Schilder.

Interview: René Schellbach, EuroShop.de

02/11/2012