„Im Vergleich zu Mehrwert und Umsatzsteigerung spielte der Preis nie eine Rolle“

Interview mit Kari Mettala, CEO von Panphonics Oy, Finnland

© Panphonics
Händler in den deutschsprachigen Ländern sind etwas konservativ, was den Einsatz neuartiger Lautsprecher im Ladenbau betrifft. Das beklagt Kari Mettala, dessen Firma Panphnonics verschiedene Soundsysteme für den Handel anbietet. Mit gerichteten Lautsprechern will Panphonics den Lärmwirrwar auf Messen und im Laden reduzieren und für eine bessere Atmosphäre sorgen.

Warum sind Sie Aussteller von EuroShop und EuroCIS in Düsseldorf?


Wir wollen unsere Lösungen den Händlern direkt präsentieren. Normalerweise ist die Wertschöpfungskette für Technologie- und Produktanbieter sehr lang. Dadurch, dass wir auf der Messe sind, können wir den Entscheidern den Zusatznutzen unserer Produkte direkt verdeutlichen.

Was ist Ihre Zielgruppe? Auf welche Branchen konzentrieren Sie sich?

Unsere Technologie lässt sich vielfältig einsetzen. Am lukrativsten ist für uns der Handel generell. Alle Einrichtungen mit B2C Kontakt sind potentielle Kunden für den Einsatz der gerichteten Audio-Lösungen von Panphonics. Momentan sind unsere Hauptkunden Convenience Shops, Einkaufszentren, Lebensmittelläden, Banken und Firmen aus dem Telekommunikationssektor etc. Die typischen Lösungen bietet mehr Ungestörtheit des Kunden im Wartebereich, Sales Promotion im Verkaufsbereich, und außerdem sowohl automatisierte Anleitungs- und Support-Systeme wie auch Informationssysteme.

 
 

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Je lauter, desto besser – das hört sich eher nach Jahrmarkt an. Erleben Sie eine gestiegene Nachfrage nach Lärmreduktion im geschäftlichen Umfeld?

Absolut! Der zentrale Zusatznutzen von Panphonics-Produkten ist die Beschränkung der Beschallung auf einen bestimmten Bereich.
Mit unserer Technik wird der Geräuschbereich kontrolliert und sie können damit die Geräuschausbreitung eindämmern.Damit sind auch verschiedene Hörbereiche in einem Raum möglich.


Sind Soundduschen von einer eher ruhigen Umgebung abhängig?

Nein. Wenn nötig kann man die Geräte sehr laut einstellen (mehr als 90 dB/100dB). Tatsächlich ist in einigen Fällen der Effekt des Richtungshörens sogar besser, wenn es andere Umgebungsgeräusche gibt. Zum Beispiel während Messen, wenn die Hintergrundgeräusche zwischen 65 und 75 dB liegen.


Vor einigen Jahren konnten Sie ein Soundsystem im Metro's Future Store in Rheinberg installieren. Welche Produkte wurden mit diesem Soundsystem präsentiert?

Es gab eine DVD/CD Hörstation. In diesem Fall muss die Person an der Station keine Kopfhörer tragen. Stattdessen hört er das Musikstück oder den Video-Trailer über die Panphonics SoundShower von oberhalb seines Kopfes. Das funktioniert gut und wird bereits in einigen Einrichtungen eingesetzt. Das gleiche Prinzip hat sich bereits für die Präsentation von Spielen für Videokonsolen im Laden bewährt.

Eine andere Lösung, die wir dort eingesetzt haben, nennen wir „Mood Maker“. In diesem Fall sorgt die SoundShower für Ambient Media im Umfeld von Servicebereichen, wie Fruchttheken oder Fischtheken. Vogelgesang zum Beispiel suggeriert dem Unterbewusstsein des Kunden Frische der Lebensmittel und trägt zu einem angenehmen Einkaufserlebnis bei. Diese Applikation kommt bereits zum Einsatz.


Haben Sie von diesen Installationen profitiert?

Für ist das eine Referenz für den deutschsprachigen Raum und auch bei unseren Mitbewerbern.


Sind Händler in unserer Region eher zurückhaltend, verglichen mit Ihren anderen Märkten?

Besonders im Bereich der gerichteten Audiokommunikation in Verbindung mit Bildschirmen sind die Händler der DACH-Region eher konservativ. Unsere Systeme kommen anderswo in vielen Bereichen zum Einsatz und wir sind zuversichtlich, dass die Händler der DACH-Region durch positives Feedback auf Umsatzsteigerungen und Kundenzufriedenheit durch den Einsatz von SoundShower-Produkten aufmerksam werden.


Was erwarten Sie von Digital Signage? Stärkt das ihr Geschäft?

Digital Signage ist eine weitgehende Definition. Jedes bildschirmbasierte Werbe- oder Informationssystem, sei es ein Rechner oder 1.000 Rechner, Indoor oder Outdoor, wird heutzutage als DS bezeichnet. Wir bieten Lösungen für alle diese Bereiche. Ob Indoor, Outdoor, getrennte Lautsprecher oder eingebaute Lautsprecher - DS ist natürlich eine große Chance für uns und bietet uns eine breite Anwendungspalette.

 
 

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Innovationen sind teuer. Wie gestalten sich Ihre Preise?

Wir haben festgestellt, dass der Preis im Vergleich zu dem Mehrwert und der Umsatzsteigerung, die wir bieten, nie eine Rolle gespielt hat.
Preisdiskussionen tauchen auf, wenn die Lieferkette unklar ist und in der Anfangsphase eines Projektes. Es ist einfacher eine realistische Preisdiskussion zu haben, wenn der Kunde weiß, was er will. Manchmal ist es eine Herausforderung, wenn bei einem größeren Projekt viele Anbieter im Spiel sind. Dadurch sind viele Mittelsmänner beteiligt und wenn der Kunde dann nach den Endpreisen fragt, erscheint das System sehr teuer. Doch wenn das Projekt strukturierter ist und der Kunde informiert ist und mehr vom System versteht, kann er auch den richtigen Partner für den Auftrag finden.


Wie sehen Ihre Pläne für die Zukunft aus?

Panphonics wird weiter an der Entwicklung von besseren Service-Lösungen für Endkunden in bestimmten Bereichen arbeiten. Wir werden auch aktiver an der Projektentwicklung in Europa arbeiten. Im Januar 2012 werden wir neue Produkte auf den Markt bringen, die einige interessante Features haben. Wir sind zuversichtlich, dass unser Erfolg und diese Produkte unsere Position als führendes Unternehmen im Bereich von gerichteten Hörsystemen stärken werden.

Interview: René Schellbach, EuroShop.de

 
 

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