3 Fragen an … Michael Ostertag-Henning, Schmidhuber Brand Experience

25.07.2016

Übereilte Kampagnen für den Auftritt einer Marke sind die größte Stolperfalle für Unternehmen, sagt Michael Ostertag-Henning. Worauf es ankommt, erklärt er im Kurzinterview.
Bild: Michael Ostertag-Henning; Copyright: Schmidhbuber

Michael Ostertag-Henning, Geschäftsführer Schmidhuber Brand Experience; © Schmidhbuber

Herr Ostertag-Henning, Sie planen sowohl Messeauftritte als auch Shopdesign. Was erwartet der Kunde oder Messebesucher heute von der Außendarstellung eines Unternehmens?

Bei einer Messepräsentation geht es vor allem um Themenkommunikation: Wofür steht die Marke und welchen Mehrwert gibt sie mir? Es geht schon lange nicht mehr um Ausstellung, sondern um das Erlebnis von Marke und Produkt. Der nächste große Schritt ist, sich zum Meinungsführer seiner Branche zu machen. Die Messedarstellung wird im Marketingmix immer noch als sehr wertvoll betrachtet. Gerade im Mittelstand und im B2B-Bereich wird sie noch viel wichtiger, weil diese Branchen meist ihre Produkte auf Messen über Produktvorteile verkauft haben. Speziell nach der Markteröffnung nach China ist das allerdings so nicht mehr möglich, weil es dadurch viel mehr Mitbewerber gibt.

Firmen müssen insbesondere Vertrauen zu ihren Kunden halten und übergeordnete Themen wie beispielsweise. die Digitalisierung auf sich und ihre Branche beziehen. Sie sollten den Kunden helfen, neue Softwarelösungen zu entwickeln und diese in Verbindung mit ihren Produkten zu setzen. Sie müssen sich fragen: Welche Themen beschäftigen meinen Markt? Die Antworten dazu präsentieren sie dem Besucher auf der Messe, um sich gewissermaßen über den Markt zu erheben. Diese Art der Themenkommunikation könnte auch im Einzelhandel der nächste Schritt sein.

Wo werden in der Markendarstellung Ihrer Meinung nach die größten Fehler gemacht?

Wir leben in einer Spirale der Agilität. Die Wechsel der Leitungspositionen und der Strategieentscheidungen nehmen zu. Und damit auch Entscheidungen im Bereich Markenführung. Das hat meiner Ansicht nach großes Fehlerpotential, weil Markenführung viel mit Kontinuität zu tun hat. Ich merke, dass Glaubhaftigkeit selbst bei den internen Mitarbeitern sinkt, wenn zu schnelle Wechsel gemacht werden. Die Kampagnen können gar nicht durchdringen, ehe sie von neuen ersetzt werden.

Die EuroShop verknüpft alle Ebenen, die für die Markendarstellung relevant sind. Bietet die Messe Ihnen Inspiration?

Wir verschaffen uns auf sehr unterschiedlichen Messen Einblicke in die Geschehnisse auf dem Markt. Dazu gehört natürlich auch die EuroShop als ein Impulsgeber gerade auch für die Kommunikation im Raum.

Interview: Natascha Mörs; EuroShop.de