3 Fragen an … Tom van Soest, Visual Retailing BV

15.09.2016

Visual Merchandising Prozesse zu planen, ist kein leichtes Unterfangen. Eine bessere Instore-Erfahrung kann daher durch eine automatisierte Planogramm-Erstellung erreicht werden, die zu einem besseren Abverkauf führt. In diesem Kurzinterview erklärt Tom van Soest, wie man mithilfe von digitalen Mockups eine einheitliche Markenidentität erzeugen kann.

Foto: Tom van Soest; Copyright: Visual Retailing BV

Tom van Soest, Direktor Visual Retailing BV; © Visual Retailing BV

Herr van Soest, welchen Schwierigkeiten stehen Einzelhändler Ihrer Meinung nach bei der Planung immer wieder gegenüber?

Tom van Soest: Allzu oft begegnen wir Visual Merchandising Richtlinien, die für eine bestimmte Ladengröße oder ein Ladencluster nicht relevant genug sind, das heißt, ein Instore Visual Merchandiser ist nicht in der Lage, das richtige Inventar, Waren oder POS-Material zu finden. Dies kann durch Fehlkommunikation und Mangel an effizienter Zusammenarbeit zwischen den Teams verursacht werden. Beim Visual Merchandising sind leicht verständliche Richtlinien, die effektiv kommuniziert werden, ganz entscheidend.

Ineffektive Kommunikationsmethoden zwischen Filiale und Haupt- oder Zweigniederlassung sind ein häufiges Problem. Eine Filiale benutzt beispielsweise eine Messaging App, um das Bild einer Verkaufsvorrichtung zu senden, während andere Läden das Ganze per E-Mail zuschicken. Aus Compliance-Sicht ist das keine gute Idee, da die Hauptniederlassung diese Information nicht auf einer zentralen Plattform bereitstellt. Als nächstes führen ineffiziente Prozesse zu einem Zeitmangel für die jeweilige Einzelperson – und eine schlechte Zusammenarbeit zwischen Teams schadet der Planung noch mehr.

Visual Retailing hilft Einzelhändlern bei der Erstellung von digitalen Mockups ihrer Filialen. Wie schaffen sie es, eine einheitliche Markenidentität zu erzeugen?

van Soest: Allein die Erstellung eines digitalen Mockups einer Filiale erzeugt keine einheitliche Markenidentität. Dahinter steckt die Idee, dass es durch die Erstellung eines digitalen Mockups einer Filiale möglich ist, unterschiedliche Größen für jedes Ladencluster digital zu vermarkten – ohne Geld für eine echte Modellfiliale ausgeben zu müssen. Der digitale Aspekt gewährleistet, dass eine ganze Reihe von wichtigen Informationen über die Waren im System vorhanden ist, die die Erstellung von automatisierten Planogrammen und die Analyse von Raumdetails unterstützen. Darüber hinaus ist die Software bei der Erstellung von Berichten behilflich sind.

Allerdings ist der Einsatz von digitalen Mockup- Werkzeugen und eine größtmögliche Automatisierung und Visualisierung nur eine Komponente, um eine einheitliche Markenidentität zu erzeugen. Eine vollständige Integration digitaler Werkzeuge heißt, dass sie in verschiedenen Aspekten der Einzelhandelsplanung eingesetzt werden können. Ein Beispiel: Ein Käufer hat eine Kollektion für die kommende Saison bestellt, ohne eine enge Zusammenarbeit und Planung der Ladendichte mithilfe eines Visual Merchandisers in Anspruch zu nehmen, weshalb Tools, die diese Zusammenarbeit unterstützen, einfach unerlässlich sind. Ohne Software, die eine automatisierte Planogramm-Erstellung oder die einfache Analyse der Produktpalette ermöglicht, bleibt dem Visual Merchandiser anschließend weniger Zeit, um das zu tun, was er schließlich am besten kann: Eine gute Instore-Erfahrung schaffen.

Die EuroShop 2017 rückt näher. Was dürfen wir dort von Ihnen erwarten?

van Soest: Basierend auf unserem Bestreben, eine Integration der Haupt- und Zweigniederlassung zu erzielen, werden wir eine ganze Reihe von neuen cloudbasierten Angeboten präsentieren, um damit auch die vorhandene Lücke zwischen Außenteams und Hauptniederlassung zu schließen. Besucher dürfen sich auf die Enthüllung der zukünftigen Einzelhandelsplanung und des Visual Merchandising auf der EuroShop 2017 freuen.


Interview: Melanie Günther; EuroShop.de