3 Fragen an ... Aline Eckstein, E-Commerce-Center (ECC)

01.11.2013

Smartphones digitalisieren zunehmend den Handel und stellen neue Herausforderungen an den Cross-Channel-Handel. Was dies für Händlerinnen und Händler bedeutet, erklärt Aline Eckstein, Bereichsleiterin des E-Commerce-Center (ECC) am IFH Köln.

Bild: Aline Eckstein; Copyright: Schmidhbuber

Michael Ostertag-Henning, Geschäftsführer Schmidhuber Brand Experience; © Schmidhbuber

Welche Rolle spielen Smartphones aktuell schon für den Handel?

Derzeit sind in Deutschland 23,6 Millionen Smartphones als Erstgerät im Einsatz. Das heißt, über 40 Prozent aller Handys in Deutschland sind Smartphones und 42 Prozent der Besitzer nutzen mehrmals am Tag mobile Internetdienste. Obwohl die M-Commerce-Umsätze bislang noch vergleichsweise gering sind (im niedrigen einstelligen Bereich der E-Commerce-Umsätze), gewinnen Smartphones für den Handel zunehmend an Relevanz.

Vor allem im Rahmen der Kaufanbahnung werden sie heute bereits intensiv genutzt, um beispielsweise zusätzliche Produktinformationen abzurufen oder Preisvergleiche durchzuführen. Unsere aktuelle Studie „Mobile Commerce in Deutschland – Die Rolle des Smartphones im Kaufprozess“ in Zusammenarbeit mit Shopgate und Paypal zeigt, dass über 60 Prozent aller Smartphone und Tabletbesitzer bereits mobile Endgeräte genutzt haben, um Informationen über Preise, stationäre Händler oder andere kaufrelevante Aspekte einzuholen.

Auf welche Veränderungen müssen sich Händler durch die weitere Verbreitung von Smartphones einstellen?

Der Handel wird durch die zunehmende Verbreitung und Nutzung von mobilen Endgeräten geradezu revolutioniert. Die Gelegenheit, die Vorteile des stationären Handels (direkte Verfügbarkeit, Haptik, …) mit den Vorteilen des Internets (Transparenz, …) zu vereinen, indem das Smartphone im Ladengeschäft genutzt wird, werden sich auf lange Sicht hin nicht viele Konsumenten nehmen lassen. Smartphones liefernden Konsumenten hier einen deutlichen Mehrwert, digitalisieren den Handel – ob der Händler das will oder nicht – und stellen Händler vor ganz neue Herausforderungen im Cross-Channel-Management.

Welche Mehrwerte kann der Handel Smartphonenutzern bieten?

Der Handel muss auf das veränderte Einkaufsverhalten der Kunden reagieren und mobile Endgeräte in der Vertriebsstrategie berücksichtigen. Der Kreativität sind hier nur wenige Grenzen gesetzt. Von Einkaufshilfen, wie bspw. digitalen Einkaufszettel die die Kunden nicht nur zum Händler, sondern auch direkt zum Regal führen, bis hin zu M-Payment-Lösungen, werden in nächster Zeit viele Services Einzug in den stationären Handel halten, die das Shopping-Erlebnis der Konsumenten erhöhen.

Autor: Natascha Mörs; EuroShop.de