3 Fragen an ... Dr. Bernhardt Blüthner, Salt Solutions

07.03.2016

Digitaler und persönlicher Service muss heute ineinander greifen. Das zeigen auch intelligente Umkleidekabinen, wie sie zum Beispiel Salt Solutions auf der EuroCIS 2016 vorgestellt hat. Dr. Bernhardt Blüthner von SALT Solutions freut sich über das große Interesse der Besucher und gibt Ausblicke auf die EuroShop 2017.

Bild: Dr. Bernhardt Blüthner; Copyright: Salt Solutions

Dr. Bernhardt Blüthner, geschäftsführender Gesellschafter von SALT Solutions; © Salt Solutions

Herr. Dr. Blüthner, ihre intelligente Umkleidekabine hatte kürzlich ihren ersten Auftritt auf der EuroCIS. Wie waren die Reaktionen auf Ihre Neuheit?

Unsere intelligente Umkleidekabine alexa ePOS war auf der EuroCIS ein echter Hingucker. Zahlreiche Besucher haben das Konzept direkt ausprobiert und sich intuitiv ihren Warenkorb zusammengestellt. Die Digitale Umkleidekabine ist seit längerem ein viel diskutiertes Thema. In diesem Jahr wurden erstmals mehrere einsatzreife Lösungen angeboten.

Dabei hat sich unsere intelligente Umkleidekabine durch das User Interface und die problemlose Anbindung zu weiteren erforderlichen Systemen vom Wettbewerb deutlich abgesetzt. Warum ist das für den Einzelhandel so wichtig? Weil der Service-Prozess im Vordergrund steht, um den Kunden im Store mit neuen Lösungen ein Einkaufserlebnis zu schaffen.

Was ist das Besondere an dem System?

Unsere Lösung hat den Vorteil, erste Schritte mit geringen Kosten auf dem Weg der In-Store-Digitalisierung zu ermöglichen, die den Konsumenten einen echten Mehrwert bieten. Grundlage unserer intelligenten Umkleidekabine ist das Anwendungsframework alexa UI, das wir selbst entwickelt haben. Damit werden User Interfaces im neuen HTML5-Standard generiert, die auf allen Endgeräten mit HTML5-fähigen Browsern ausführbar sind.

Die Datenintegration erfolgt dabei so, dass verschiedene Datenquellen ohne aufwändige Schnittstellen angebunden werden können, zum Beispiel Webshop und Warenwirtschaft. Die ganze Lösung bleibt sehr flexibel: Änderungen an den Oberflächen lassen sich durch Konfigurationen einfach vornehmen, ohne dass zusätzlicher Programmieraufwand entsteht.

Im Hinblick auf die EuroShop im nächsten Jahr: Was wird sich im Markt für digitale Lösungen für den Einzelhandel bis dahin tun?

Endlich kommt Bewegung in den Einzelhandel. Bisher schien einer auf den anderen zu warten, um das Risiko eigener Versuche zu minimieren. Teure Korrekturen vermeintlich hoher Fehlinvestitionen will sich niemand erlauben. Um eine mehrjährige Lernphase wird der Einzelhandel jedoch nicht herumkommen, schließlich wirkt die Digitalisierung fast wie eine Disruption.

Jedes Handelsunternehmen muss – auch mit Blick auf die eigene Stammkundschaft – seinen eigenen digitalen Weg finden. Besser jetzt anfangen mit Lösungen, die erste Schritte ermöglichen, und permanent nachjustieren, als eines Tages – wie die Kollektion des letzten Jahres – aus der Zeit gefallen zu sein.
Interview: Natascha Mörs; EuroShop.de