3 Fragen an ... James Nutting, Carrier Commercial Refrigeration Europe

05.10.2015

Bei Carrier Kältetechnik steht die Optimierung der Kühlkette zugunsten der Kundenansprüche und Umweltschonung klar im Fokus. Deshalb schult das Unternehmen auch seine Mitarbeiter in einem eigens dafür errichteten Trainingszentrum. James Nutting, Direktor Marketing, berichtet außerdem über Trends in Kühlsystemen von Supermärkten.

Bild: James Nutting; Copyright: Carrier

James Nutting, Direktor Marketing, Carrier Commercial Refrigeration Europe ; © Carrier

Herr Nutting, Sie haben die CO2OLacademy als Schulungseinrichtung für Ihre Service-und Installationstechniker gegründet. Was geschieht dort?

Das CO2OLacademy Trainingszentrum von Carrier Kältetechnik in Mainz beherbergt auf einer Fläche von ungefähr 400 Quadratmetern eine reale Supermarktumgebung mit Kühlmöbeln, voll funktionsfähigem Normalkühl- und Tiefkühlraum sowie einem separaten Schulungsraum. Diese Einrichtung ermöglicht es uns, reale Praxissituationen mit Fokus auf praktische Erfahrungen zu simulieren und so das Fachwissen und die praktischen Fertigkeiten unserer Servicetechniker und Montagemitarbeiter zu vertiefen.

Die CO2OLacademy dient europaweit als zentrale Schulungseinrichtung für unsere Kältetechniker. Die kontinuierliche Investition in die Schulung unserer Techniker ist notwendig, um das erstklassige Wissen im Bereich der CO2-Kältetechnik auf dem neuesten Stand zu halten.

In Kürze: Welches sind die wichtigsten Trends in der Klima- und Kältechnik für Supermärkte derzeit?

Wir sehen drei Trends im Bereich der Gewerbekälte:

Erstens sehen wir einen Trend, den Konsumenten eine bequeme urbane Einkaufsumgebung bei gleichzeitig großem Warenangebot zu bieten. Um diesen Bedarf zu decken, müssen Kühlregale und Tiefkühlschränke kleinere Abmessungen und tiefere Auslagen bieten. Die Kühl- und Tiefkühlmöbel, die Carrier speziell für C-Stores und Nahversorgungsmärkte anbietet, gehören zu den schmalsten und tiefsten auf dem Markt verfügbaren.

Der zweite Trend ist das Auftreten neuer Einkaufsgewohnheiten, die das Geschäftsmodell traditioneller Supermärkte herausfordern. Zu den neuen Einkaufsgewohnheiten zählen zum Beispiel Onlinekäufe, Durchfahrschalter (Drive-Through) und „Click & Collect“. Carriers umfangreiches Produktportfolio kann Supermärkten dabei helfen, ein verbessertes Kundenerlebnis und eine höhere Kundenzufriedenheit zu schaffen.

Zuguterletzt verlangen Lebensmitteleinzelhändler in ganz Europa weiterhin nach energieeffizienten und nachhaltigen Lösungen, ohne Kompromisse bei der Temperaturintegrität oder der Vermarktungsattraktivität. Zusätzlich zur Carrier CO2OLtec-Technologie bieten wir außerdem einen High Efficiency Frame für unsere Tiefkühlschränke. Diese innovative Rahmenlösung verwendet glasfaserverstärkten Kunststoff anstelle von Aluminium, ein entscheidender Faktor, um den direkten Energieverbrauchs des Möbels um bis zu 41 Prozent im Vergleich zum Standardmodell zu reduzieren.

Die EuroShop 2017 wird sich mit einer neuen Struktur präsentieren. Einer der sieben thematisch gegliederten Bereiche der Messe wird "Food Tech & Energy Management" sein. Welche Rolle könnte die neue Gliederung für Sie als Aussteller spielen?

Die vorgeschlagene Struktur für die EuroShop 2017 ist für unsere Industrie momentan relevant. Mehr als 30 Prozent aller produzierten Lebensmittel werden als Abfall entsorgt, während über 800 Millionen Menschen nicht genug zu essen haben. Wäre die Nahrungsmittelindustrie ein Land, würde sie der Welt drittgrößter Produzent von Treibhausgasen sein, hinter den USA und China. Als führender Hersteller von Kühlkettentechnologien für Schiffscontainer, LKW-Transport und Supermärkte haben wir einen besonderen Blick auf das globale Nahrungsmittelsystem.

Wir meinen, dass die Kältetechnik eine entscheidende Rolle bei der Lebensmittelsicherheit spielt, um weniger Lebensmittel zu verschwenden und mehr Menschen mit Nahrung zu versorgen. Energieeffiziente Kältetechnik, zum Beispiel mit natürlichen Kältemitteln, helfen dabei, die CO2-Bilanz der Kühlkette zu reduzieren. Wir denken, dass Lebensmittelabfälle ein Problem sind, das weltweit untersucht und behandelt werden muss. 
Interview: Natascha Mörs; EuroShop.de