27.04.2012

EHI Retail Institute GmbH

Aktuelle EHI-Studie zu den Zahlungsarten im Handel

Mehr Kartenzahlung mit mehr Mobilität

Der Umsatz mit Zahlungskarten im deutschen Handel hat erstmals die Hürde von 150 Mrd. Euro überschritten, das Unterschrift-basierte Lastschriftverfahren erfreut sich wieder steigender Beliebtheit, und dem kontaktlosen sowie mobilen Bezahlen bescheinigt der Handel vielversprechende Zukunftsperspektiven. Dies sind drei zentrale Ergebnisse der aktuellen Jahres-Erhebung „Zahlungssysteme im Einzelhandel“ des EHI, die Ende April veröffentlicht wurde.

151 Mrd. Euro wurden im Jahr 2011 über kartengestützte Zahlungsverfahren im Einzelhandel umgesetzt. Gegenüber dem Vorjahr ist dies eine Steigerung von rund 7 Mrd. Euro. Damit entfallen aktuell 39,7 Prozent von 380 Mrd. Euro auf Kartenzahlungen. Rechnet man knapp 3 Prozent Rechnungs- und Finanzkaufumsätze sowie Sonstige (Gutscheine, Gutscheinkarten) hinzu, ergibt sich ein Bargeldanteil von nur noch 57,2 Prozent (2010: 58,4 %).

Die Händler im EHI-Panel halten kontaktloses, aber auch bereits mobiles Bezahlen für besonders aussichtsreich. Jeder zweite Händler möchte seinen Kunden kontaktloses Bezahlen anbieten und plant kurz- bis mittelfristig Investitionen in seine IT-Infrastruktur, um mittels NFC-Technologie kontaktloses und mobiles Bezahlen zu ermöglichen. Von den bereits existierenden Systemen MasterCard PayPass, Visa payWave oder girogo hat noch keines die Nase vorn. Im Handel ist vielmehr eine Kombination dieser Bezahlverfahren vorstellbar. Mobile Payment per Smartphone ist nicht zuletzt auch als Ergänzung im Rahmen innovativen Kundenbeziehungsmanagements zu verstehen, da 55 Prozent der großen Händler bereits über Apps verfügen, auf die Bezahlfunktionen aufgesetzt werden könnten.

An der Erhebung des EHI haben sich in diesem Jahr 510 Unternehmen mit 60.000 Betrieben aus 34 Branchen beteiligt. Der Umsatz der befragten Unternehmen macht rund 54 Prozent des Einzelhandelsumsatzes in Deutschland aus.