Digitale Geldbörsen und virtuelle Warenauslage

Mobile Payment, virtuelle Warenauslagen, Handy-Kassenzettel, Apps und Co. oder Augmented Reality werden die "mobilen" Themen sein, die die IT-Abteilungen auch in Zukunft beschäftigen werden. Der mobile Geldbeutel ist längst mehr als ein Hype und wird in Zukunft noch deutlich an Bedeutung gewinnen, wie auf den EHI Technologie Tagen mit 530 IT-Experten gestern und heute in Köln deutlich wurde.

"Die Geldbörse kann nun auch telefonieren", so der Slogan bei Edeka, verdeutlicht, wie einfach das mobile Bezahlen mit einer App auf dem Smartphone - besonders aus Kundensicht - funktioniert. Die Dauer eines mobilen Bezahlvorgangs liegt bei 3 bis 5 Sekunden und ist damit damit deutlich kürzer als klassische bargeldlose Bezahlmethoden. Edeka setzt auf Multifunktionalität seiner Apps, reine Bezahlfunktionen bieten nach Kundenmeinung zu wenig Mehrwert.

Retail Innovation gehört zur Kern-DNA bei Adidas. Am Beispiel Cyber fit - interaktive Umkleidekabinen - zeigt Adidas, wie die IT diese Prozesse unterstützt. So wurden Artikel mit RFID getaggt, die bei Betreten der Umkleidekabine jeweils thematisch passende Hintergrundbilder erzeugen und Produktempfehlungen geben.  Über Social Networks kann der Kunde die Meinung seiner Freunde in real time einholen. Die interaktive Umkleidekabine soll in Flagshipstores und anderen prominenten Geschäften implementiert werden.

Leder & Schuh erläutert, wie eine Multichannel Integration funktioniert. Wichtig dabei ist, dass die Prozesse des Multichannel Retailing besonders von den eigenen Mitarbeitern verstanden werden. So können in Österreich Schuhe online und in real time in jeder Filiale angefragt und ggf. reserviert werden. Ausserdem baut das Unternehmen in puncto Kundenservice auf die Unterstützung von Humanic Avatar, mit dem die Füße der Kunden präzise gescannt und die Daten hinterlegt werden können. Da auch die Schuhe digital vermessen sind, kann so jederzeit der perfekt passende Schuh gefunden werden.

Mobil Bezahlen ist bei MPreis auch ohne sensible Daten hinterlegen zu müssen  und sogar offline möglich. Der Rollout in Österreich hat bereits stattgefunden, als nächster Markt soll im zweiten Halbjahr 2014 Deutschland folgen. Noch funktioniert der Prozess über eine App, mit der der Barcode gescannt wird.

Shnägg ist der Name der gesunden, grünen Snacks der Firma Kellermann, die ihr B-to-B-Geschäft durch ein B-to-C-Modell ergänzt haben. Dazu haben sie einen mobilen Verkaufswagen eingerichtet. Das System dahinter läuft komplett über iPhones. Der Mitarbeiter scannt das Produkt mit einem iPhone. Die Warenwirtschaft dieses Spin-offs liegt in einer Cloud.

Die Technologie-Experten der abschließenden CIO-Diskussion von dm, Deichmann, Lekkerland und Rewe unter der Moderation von Olaf Schrage, Douglas, schienen sich einig zu sein, dass die Veränderungen des mobile, des real-time und des social Web das Kundenverhalten genauso beeinflussen wie das des Handels. Die Diskutanten sprachen über die Herausforderungen von Big Data - relevante Auswertung und Anwendung, Cloudcomputing, Datenschutz und Komplexität - sowie die Notwendigkeit einer integrierten Multichannel Strategie.

Quelle: EHI Retail Institute