Einkaufswagen: Es ist noch Platz für einen neuen Wettbewerber

Volker Köller © Köller
Interview mit Volker Köller, Vertriebsleiter J. D. Geck


Die Metallwarenfabrik J. D. Geck aus Altena im Sauerland hat ihr Sortiment erweitert und steigt in den Markt für Einkaufswagen ein. "Die Resonanz auf der EuroShop war gut", sagt Vertriebsleiter Volker Köller. Er findet, dass nach wie vor vieles für den Einkaufswagen aus Metall spricht. Geck nutzt seine Erfahrung in der Oberflächenveredelung für die neuen Erzeugnisse. Die Firma erwartet 2011 rund 60 Millionen Euro Umsatz und fertigt in vier Werken in Deutschland.



Sie haben Ihr Sortiment erweitert. Was ist neu?

Unsere Handelskunden finden bei Geck POS-Lösungen, sowohl für den eigentlichen Ladenbau, als auch für die Dekoration und Preisauszeichnung. Mit unserem neuen Produktbereich Einkaufswagen können wir sowohl den klassischen Supermarkt, das SB-Warenhaus, den Getränkehandel als auch den Baumarktbereich mit hochqualitativen Einkaufs- und Transportwagen versorgen. Ansonsten bieten wir nun auch POS-Produkte aus Kunststoff an. Damit ergänzen wir unser Produktprogramm um einen weiteren Kompetenzbereich. Schwerpunkt sind dabei klassische Scannerschienen, Plakatrahmen, Preisaufsteller aus Acryl und auch kundenindividuelle Displaylösungen.


Was spricht für den Metall-Einkaufswagen?

Einkaufswagen aus Metall zeichnen sich durch ihre Stabilität und Langlebigkeit aus und sind nach wie vor die gefragtesten Modelle im Handel. Kunststoffmodelle werden immer wieder diskutiert, haben aber bisher den Durchbruch am Markt noch nicht geschafft. Gründe dafür sind einerseits die Optik, die aus Kunststoff sehr massiv und intransparent erscheint. Andererseits sind für die verschiedenen Modellvarianten enorme Investitionskosten für Kunststoffspritzwerkzeuge erforderlich. Auch die Hygiene spielt eine Rolle, denn die flächigen Kunststoffmodelle bieten Bakterien eine Vielzahl von Möglichkeiten, sich im Kunststoff abzusetzen.

Einkaufswagen aus Metall – speziell mit unserer neuen nanoversiegelten Oberfläche – haben eine absolut glatte Oberfläche und lassen sich leicht reinigen. An ihrem glänzenden, transparenten Erscheinungsbild ändert sich über lange Zeit auch im harten Alltagseinsatz nichts. Die Oberfläche ist mittels Nanopartikeln, die in die kleinsten Poren der Zinkoberfläche eindringen, lange gegen Korrosion geschützt. Reinigung ist mittels Hochdruckreinger jederzeit effektiv möglich!


Welches waren die wichtigsten Überlegungen zur Entwicklung des Einkaufswagens?

Der wichtigste Markstein war die Erkenntnis, dass auf dem Markt ein Bedarf an Einkaufswagen „Made in Germany“ mit hoher Qualität vorhanden ist und dass dieser Bedarf noch lange nicht gedeckt ist und deshalb durchaus auch einen weiteren Marktteilnehmer zulässt. Aufgrund unserer jahrelangen Erfahrung in der Herstellung von Metallkomponenten für den Handel können wir auf einen reichen Erfahrungsschatz in Bezug auf die Herstellungsverfahren und die Oberflächenveredlung zurückgreifen.

Wir haben durch unsere laufende Arbeit den Zugang zu den entsprechenden Entscheidern im Handel, die uns seit vielen Jahren als zuverlässigen, kompetenten Hersteller kennen. Diese bestärkten uns mit ihrem Interesse in unserer Entscheidung zur Herstellung von Einkaufswagen. Wir entschlossen uns zum Aufbau einer komplett neuen Fertigungsstätte in Altena. Innerhalb von nur zwei Jahren haben wir auf 8.000 Quadratmetern eine moderne Produktion zur Herstellung von Einkaufs- und Transportwagen realisiert und sind nun in der Lage, auch größere Quantitäten herzustellen. Dabei helfen uns auch unsere bereits vorhandenen Oberflächenveredlungsanlagen, mit denen wir sowohl galvanische als auch pulverbeschichtete Wagen herstellen können.

 
 

Metall-Wagen für den Handel mit Nano-Versiegelung. © Geck
Wie kann man sich mit Metallwagen vom Wettbewerb abheben?

Der Wettbewerb wird sehr stark bestimmt durch wenige große Anbieter. Fernostprodukte haben bisher noch keinen flächendeckenden Zugang zum europäischen Markt gefunden, da diese deutliche Qualitätsmängel aufweisen. Mit hochwertigen Einkaufs- und Transportwagen aus Deutschland kann man sich auf jeden Fall vom Fernostprodukt abheben. Vom europäischen Wettbewerb kann man sich nur abheben, wenn man Produktmerkmale anbietet, die bisher einzigartig sind. Hier ist das Hauptargument für Einkaufswagen von Geck eine neuartige Oberfläche, die mit einem Nanoseal-Verfahren die Metalloberflächen des Einkaufswagens absolut witterungsbeständig sein lässt. Mit einem dennoch günstigen Preis bieten wir dem Handel damit ein langes wertbeständiges Produkt.



Metall ist ein wichtiger Rohstoff. Wie lange halten Einkaufswagen und wie kann man sie wieder aufarbeiten? Wer will solche Second-Hand-Wagen?

Geck-Einkaufswagen halten im Grunde genommen unbegrenzt. Zumeist werden die Wagen im täglichen Einsatz durch Gewalteinwirkung beschädigt. Aufarbeitung ist jederzeit entweder vor Ort möglich durch Austausch der Verschleißteile wie Rollen, Griffe oder Kunststoffteile und Pfandschlösser. Am Ende des Lebenszyklus eines Einkaufswagens ist dieser im Grunde zu 100 Prozent recyclebar und kann als eingeschmolzenes Metall dem Kreislauf wieder zugeführt werden. Second-Hand-Wagen, also zurückgeführte Wagen, haben allenfalls in kleineren Handelsformen oder in Entwicklungsländern eine Chance.


Werbung am Einkaufswagen: Was lohnt sich für den Handel?

Werbung am Einkaufswagen ist sicherlich ein Feld, wo noch ungenutzte Potenziale schlummern. Erste Versuche mit interaktiven Werbeträgern am Einkaufswagen laufen ja bereits. Hier wird sich in den nächsten Jahren noch Einiges entwickeln. Die RFID-Technologie und Loyalty-Programme wie zum Beispiel Payback weisen geradezu den Weg in diese Richtung. Frage wird sein, wie weit der Kunde bereit ist, sich weiter von elektronischer Werbung beeinflussen zu lassen.

 
 

© Geck
Volker Köller: „Die Resonanz auf unseren Auftritt auf der EuroShop war sehr vielversprechend.“ © Geck



Die EuroShop ist inzwischen einige Monate her. Wie war die Messe-Resonanz. Gibt es konkrete neue Kunden und Aufträge?

Die Resonanz auf unseren Auftritt auf der EuroShop war sehr vielversprechend. Mit unserer klaren Positionierung als Hersteller von hochqualitativen Einkaufswagen „Made in Germany“ haben wir eine sehr große Aufmerksamkeit bekommen und konnten auch schon die ersten bedeutenden Abschlüsse und Anbahnungen realisieren. Auch der Zugang zu neuen Kunden konnte mit der EuroShop realisiert werden! Wir blicken äußerst optimistisch in die Zukunft.


Wie entwickelt sich die Firma weiter? Gibt es neue Auslandsmärkte?

Das Unternehmen Geck hat sich in den vergangenen Jahren sehr positiv entwickelt. Lediglich 2009 gab es einen Knick im Umsatz, den aber alle anderen Marktbegleiter ebenfalls hinnehmen mussten. Parallel zur Entwicklung der neuen Geschäftsfelder Einkaufswagen und Kunststoffprodukte für den POS haben wir auch die Internationalisierung weiter vorangetrieben.So sind in den letzten beiden Jahren neue Vertriebsbüros in Italien, Frankreich, Österreich/Schweiz und im Mittleren Osten in Dubai entstanden. Durch die Internationalisierung der Handelsketten nach Osten sind auch Märkte wie Russland, Rumänien und nahezu alle anderen andere östlichen Länder in den Fokus gerückt. Wir arbeiten weiter an der Internationalisierung und am Ausbau unserer Fertigungskapazitäten in Zeiten einer gut laufenden Konjunktur.


René Schellbach, iXtenso.com

 
 

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