02/05/2011

EHI Retail Institute GmbH

Energieoptimierung fördert Investitionen im Handel - Ergebnisse des EHI Ladenmonitor 2011

Die Gesamtinvestitionen des Handels in den Neu- und Umbau seiner Geschäfte betrugen in 2009 6,1 Mrd. Euro und waren damit um rund eine Milliarde Euro höher als im Vergleichsjahr 2006 (5,1 Mrd. Euro). Das ergab der EHI Ladenmonitor 2011+, dessen Ergebnisse auf der EuroShop in Düsseldorf präsentiert wurden. Im Fokus stehen Investitionen in moderne Umwelttechnik mit energiesparender Wirkung. Dies betrifft u. a. Aufwendungen für eine energetische Verbesserung der Gebäudehülle und eine effiziente Haus- und Gebäudeleittechnik, die das Gesamtbudget des Handels für den Bau seiner Geschäfte deutlich nach oben getrieben haben.
Und auch in den Verkaufsräumen wurde verstärkt in die Energieoptimierung investiert. Im Vergleich zum letzten EHI-Laden-Monitor mit 2006 als Vergleichsjahr erhöhten sich die Investitionen in die Ladeneinrichtung um 5,3 Prozent auf 1,4 Mrd. Euro, bei allerdings unterschiedlicher Entwicklung der Einrichtungskosten nach Branchen.

Mehr Investitionen bei Food

Bezogen auf den Quadratmeter Verkaufsfläche belaufen sich aktuell im Lebensmittelhandel die Einrichtungsinvestitionen je Quadratmeter (qm) Verkaufsfläche (VKF) auf 557 Euro im Super- und kleinen Verbrauchermarkt (bis 2.500 qm VKF) und auf 436 Euro auf der Großfläche (VKF über 2.500 qm). Im Vergleich zum letzten EHI-Laden-Monitor 2008+ entspricht dies einem Anstieg von 2,6 Prozent im Super-/kleinen Verbrauchermarkt und rund 11 Prozent auf der Großfläche.
Zurückzuführen ist dies in erster Linie auf hohe Investitionen des LEH in energetisch verbesserte Kühlmöbel und Kälteanlagen. Mit einem Anteil von rund 45 % am Gesamtstromverbrauch ist die Kühlung der größte Energieverbraucher im LEH, weswegen hier auch intensiv in energetisch verbesserte Kühlmöbel und Kälteanlagen investiert wird. Mit dem zunehmenden Einsatz von CO2-Anlagen setzt man dabei auf besonders innovative, zugleich aber auch noch sehr kostenintensive Technologien.

Weniger Investionen bei Nonfood

Dagegen sind in den untersuchten Branchen des Nonfood-Handels leichte Rückgänge der Einrichtungsinvestitionen zwischen zwei und drei Prozent festzustellen. Insgesamt variieren in 2010 die Einrichtungsinvestitionen je Quadratmeter Verkaufsfläche zwischen 148 Euro in Baumärkten und 540 Euro in Drogeriemärkten. Im textilen Fachhandel liegen sie durchschnittlich bei 435 Euro/qm VKF.
Der Rückgang der Einrichtungsinvestitionen im Nonfood-Handel ist umso erstaunlicher, als insbesondere die Gesprächspartner aus dem Textil-, Schuh-, Sportfachhandel und den Drogeriemärkten darauf hinweisen, dass die Anforderungen an einen kompetenten und attraktiven Marktauftritt weiter gestiegen seien.
Ein striktes Kostenmanagement mit Standardisierung und zentraler Beschaffung der Ladeneinrichtung hat bei zuletzt rückläufigen Einrichtungspreisen dazu geführt, dass bestehende Budgets verstärkt zugunsten von Investitionen in Beleuchtung und Kühlung im Lebensmittelhandel umgeschichtet wurden. Die Umschichtung der Einrichtungsinvestitionen hin zu höheren Ausgaben für Energieprojekte zu Lasten der klassischen Ladeneinrichtung spiegelt sich auch in den Investitionsprioritäten des Handels für die nächsten Jahren wider. Ein hoher Entwicklungsdruck aufgrund steigender energetischer Anforderungen und dadurch vergleichsweise kurzer Innovationsrhythmen wirken insbesondere bei der Beleuchtung und der Kühlung im Lebensmittelhandel weiterhin als Investitionstreiber und bestimmen das Ausgabeverhalten des Handels.

Verkürzte Renovierungszyklen

Zugleich muss der Handel mehr denn je seinen Kunden ein Kauferlebnis bieten. Moderne Ladenkonzepte müssen alle Sinne des Kunden ansprechen, sie müssen Kaufanreize und Begehrlichkeiten, kurzum einen erlebbaren Mehrwert schaffen. Vor diesem Hintergrund erhält das Visual Merchandising eine wachsende Bedeutung, denn es ermöglicht individuelle Akzente bei vergleichsweise hoch standardisierten Store-Konzepten.
Die Renovierungszyklen haben sich demzufolge weiter verkürzt auf durchschnittlich 8,7 Jahre im Lebensmittel- und 6,9 Jahre im Nonfood-Handel. Für ein Drittel der befragten Händler aus unterschiedlichen Branchen ist es zudem nach durchschnittlich fünf Jahren an der Zeit, ein ganz neues Konzept zu entwickeln.

Der EHI-Laden-Monitor 2011+ basiert auf persönlichen Gesprächen mit rund 50 Ladenbauexperten führender Handelsunternehmen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz.