18/05/2011

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Euro-Finanzminister schlagen Draghi für EZB-Spitze vor


Die Finanzminister der 17 Euro-Länder haben den Italiener Mario Draghi als neuen Präsidenten der Europäischen Zentralbank (EZB) vorgeschlagen. Draghi fühle sich dem Euro und der EU verpflichtet, begründete Euro-Gruppenchef Jean-Claude Juncker nach einem Treffen der Finanzminister der 17 Euro-Länder am Montagabend in Brüssel die einstimmige Empfehlung.

Deutschland habe Draghi "in dieser Angelegenheit unterstützt, weil seine Vorstellung von einer stabilitätsorientierten Geldpolitik der unseren sehr nahe steht", sagte Finanzstaatssekretär Jörg Asmussen am Dienstag in Brüssel. Der amtierende EZB-Präsident, der Franzose Jean-Claude Trichet, gibt sein Amt im Oktober ab. Die endgültige Entscheidung über seine Nachfolge fällt auf dem EU-Gipfel am 24. Juni.

Nachdem Frankreich und Italien die Kandidatur Draghis schon länger befürwortet hatten, signalisierte in der vergangenen Woche auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ihre Unterstützung. Der 63-jährige Italiener sei eine "sehr interessante und erfahrene Persönlichkeit" und stehe "unseren Vorstellungen von Stabilitätskultur und solidem Wirtschaften sehr nahe", sagte Merkel der "Zeit". Eine Zustimmung Deutschlands als wirtschaftlich stärkstem Euro-Land gilt als entscheidend für die Besetzung des EZB-Chefpostens.

Draghi wurde am 3. September 1947 in Rom geboren. Er ist verheiratet und Vater zweier Kinder. Er absolvierte sein Wirtschaftsstudium in Rom, anschließend promovierte er in den USA. Bevor er Ende 2005 zur italienischen Notenbank kam, arbeitete Draghi unter anderem als Vizepräsident bei der US-Investment-Bank Goldman Sachs.

Bild: Draghi © Georges Gobet