Europäische Investitionen in den Einzelhandel weiter steigend

51 Mrd. Euro in 2014 und 61 Mrd. Euro für 2015 erwartet

© DTZ Zadelhoff Tie Leung GmbH

01.12.2014

Die Investitionen in Einzelhandelsimmobilien in Europa steigen. In den ersten drei Quartalen dieses Jahres haben sie sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 47 Prozent auf 32 Mrd. Euro erhöht. Dies geht aus der DTZ-Studie „Investment Market Update Europe Retail and Shopping Centres Q3 2014“ hervor.

Yvo Postleb, Country Head Germany bei DTZ, sagt: „Vor dem Hintergrund der gesamtwirtschaftlichen Erholung und der hohen Attraktivität des Einzelhandelssektors gehen wir davon aus, dass die Transaktionen von Einzelhandelsobjekten 2014 europaweit ein Volumen von insgesamt 51 Mrd. Euro und 2015 ein Volumen von 61 Mrd. Euro erreichen werden. Die Hälfte dieser Käufe wird auf Einkaufszentren mit rund 25 Mrd. Euro in 2014 und rund 30 Mrd. Euro in 2015 entfallen.”

Die Studie zeigt, dass das Transaktionsvolumen bis Ende des 3. Quartals dieses Jahres auf insgesamt 32 Mrd. Euro gestiegen ist. Die bedeutendsten Zielländer waren Großbritannien und Deutschland, die 38 Prozent bzw. 21 Prozent des gesamten europäischen Investitionsvolumens abdecken. Den stärksten Anstieg verzeichnete allerdings Südeuropa, wo das Transaktionsvolumen in den ersten neun Monaten dieses Jahres um 209 Prozent auf 5 Mrd. Euro stieg.

Auf Einkaufszentren entfällt nach wie vor der größte Marktanteil und mit 17,1 Mrd. Euro mehr als die Hälfte des gesamten Investitionsvolumen in Einzelhandelsobjekte. Vor allem der britische Markt bleibt extrem rege mit 36 Prozent des europäischen Shoppingcentervolumens. Südeuropa rangiert als zweitaktivster Markt mit 19 Prozent noch vor Deutschland (17 Prozent) und Frankreich (16 Prozent).

Aktuell gibt es in Europa rund 4.800 Einkaufszentren mit einer gesamten Bruttomietfläche von rund 123 Mio. Quadratmetern. Um knapp 10 Mio. Quadratmeter soll dieser Bestand in den nächsten zwei Jahren wachsen. Dabei werden die Märkte der Türkei sowie Mittel- und Osteuropas (MOE) und Frankreichs die höchste Entwicklungsdynamik entfalten. In diesen drei Märkten werden mehr als 60 Prozent der insgesamt 9,9 Mio. Quadratmeter an Brutto-Mietfläche, die 2015 und 2016 dazukommen soll, entstehen. Allein in der Türkei sind Einkaufszentren mit einer Fläche von über 3,5 Mio. Quadratmetern in Bau bzw. in der Planung. Deutschland steht mit rund 857.000 Quadratmetern bzw. 9 Prozent auf Platz vier, noch hinter MOE und Frankreich.

Nur 40 Prozent der neuen Einkaufszentren entstehen in größeren europäischen Städten. In Frankreich, Deutschland und Südeuropa liegt der Anteil an neuen Shoppingcenterflächen in Top-Städten sogar unter 15 Prozent.

Adrian Powell, Head of Retail EMEA bei DTZ, stellt fest: „Investoren sehen Objekte mit Einzelhandelsbezug nach wie vor als eine Anlage, die hohe Renditen verspricht. Der Wettbewerb um Objekte ist daher sehr intensiv. Wir erwarten, dass sich der Konkurrenzkampf insbesondere um Einkaufszentren fortsetzen wird.“

Quelle: DTZ Zadelhoff Tie Leung GmbH