07.11.2016

K.U.L.T.OBJEKT Ltd. & Co. KG

Feiner Zwirn an Dampfmaschine: Storytelling bei Leopold

Das Konzept des neuen Männermode-Stores Leopold, entwickelt von K.U.L.T.OBJEKT Marken- und Erlebnisarchitektur, führt Kontraste facettenreicher Männerwelten zusammen. Die Grundsubstanz des Bestandsgebäudes lieferte ideale Voraussetzungen, die ins Design übernommen wurden.

Leopold verkauft Fashion für Männer jeden Alters und kombiniert die Abteilungen Jeans und Anzug, Freizeit und Business, konventionelle Konfektion und eco-faire Newcomer. Analog zu Sortimentsbreite und -vielseitigkeit kultiviert auch das Raumkonzept den Spannungsbogen vom feinen Zwirn zu Dampfmaschine und Roheisen.
Vieles von dem, was im Bestandsgebäude vorgefunden wurde, fand Eingang in die Ladenplanung. Mehrere monströse Stahlträger, die den Industrial-Charakter unterstreichen, wurden unverbrämt ins Designkonzept übernommen. Die Natursteinmauer, die beim Umbau zum Vorschein kam, wurde im Originalzustand, gesäubert und aufbereitet, belassen. Sie bildet nun einen reizvollen Kontrast zu den davor präsentierten Anzügen.
Den Bezug zu maskulinem Industrial Chic stellt auch die wandgroße Aufnahme einer Dampfmaschine her. Dass das historische Originalmotiv aus einer Zeche in Dorsten namens „Fürst Leopold“ stammt, ist kein Zufall, sondern Hommage an Tradition und Authentizität und einer von vielen hintergründigen Akzenten, die das Storedesign unverwechselbar machen.
Einzeln platzierte, industrielle Design-Leuchten wechseln sich ab mit altertümlichen Ventilatoren, die amerikanischen Modellen von 1910 nachempfunden sind. In zwei transparenten, von unten LED-beleuchteten Acrylglasvitrinen werden alte Motoren wie Museumsstücke ausgestellt. Sie dienen auch als Vorlage- und Warentische.

„Die vielen in Szene gesetzten Details erzählen Geschichten und unterstützen damit den Beratungs- und Verkaufsprozess. Sie sorgen für Differenzierung und zahlen auf Markenprofil und Sympathie-Ranking ein“, sagt Jens Fischer, CEO und Creative Director der Agentur K.U.L.T.OBJEKT, Dresden.

Vinylbar und Showbühne

Ein weiteres typisch männliches Highlight lenkt die Aufmerksamkeit nach oben in die loftige Raumhöhe mit bis zu 4 Metern Deckenhöhe: Auf dem Rückschrank der Kassenzone thront ein original Motorrad-Oldie, eine als „Reichstyp“ bekannte RT 125, die aus dem DKW-Werk in Zschopau stammt und bis 1965 produziert wurde. Der Scheinwerfer der antiken Maschine wurde präpariert und ans Stromnetz angeschlossen, sein Lichtstrahl spottet den Eingangsbereich.
Eine anteilig im Raum stehende Empore wurde im Zuge des Umbaus entfernt bis auf die fünfstufige metallene Industrietreppe, die mit Schaufensterfigur zur „Show-Bühne“ umfunktioniert wurde. Sie flankiert den begehbaren Kubus, der den Umkleidetrakt enthält.
Rückzugsort im Store ist die Vinylbar, ein gemütlicher Lounge-Bereich, der zu Rast und Reinhören einlädt: Zwei Highback-Sofas mit ledergepolsterten Sitzflächen und Couchtisch dazwischen erzeugen Privatsphäre. Am Oldschool-Plattenspieler können die Jungs Schallplatten aus einer Retro-Vinylsammlung auflegen, die dann nur in diesem Bereich hörbar sind oder alternativ aufs Lautsprechersystem der Wlan-Soundanlage aufgeschaltet werden. Die Musikauswahl der alten Scheiben reicht von Beatles bis Peter Alexander. Eine kleine Bar hält Kaffee und gekühlte Getränke bereit.
Trotz vieler nostalgischer Details setzt sich der Store von üblichen Vintage-Looks ab. Der Raumcharakter ist modern und hell, dafür sorgt der Tageslichteinfall durch sechs große bodentiefe Schaufenster und den Eingang.
Die modernen, geradlinigen Warentische und Präsentationsmöbel, die helle Eiche mit weißem Hochglanz kombinieren, verdichten die Symbiose von derb-maskulinen Looks mit den modernen Lebenswelten smarter, zeitgemäßer Männer.

Facts:

Leopold, Friedrich-Ebert-Anlage 27, 69117 Heidelberg
Eröffnung: 30. September 2016
Fläche: 175 qm
Storekonzept: K.U.L.T.OBJEKT Marken- und Erlebnisarchitektur, Dresden

Ausstellerdatenblatt