Megatrends Handel – 2025/30

Gehen beim Stationären Handel langsam aber sicher die Lichter aus? Ganz so drastisch hat es Trendforscher U. Eggert in seiner neuen Studie Megatrends Handel II – Trendupdate 2025/2030 noch nicht ausgedrückt. Aber der Handel hat ohne Zweifel eine schwierige Zeit vor sich. Er muss im System eines extremen Wandels bestehen und sich weiterhin auf bekannte, aber auch auf völlig neue Trends einstellen.

Aber es gibt sie auch heute noch, die Erfolgsfaktoren im Handel. Diese werden insbesondere durch Innovationen bei den Waren und Produkten, bei den Prozessen und bei den sozialen Verhaltensweisen auch im Zusammenhang mit dem Personal bestimmt. Wohnortnah werden wieder kleinere Einheiten Erfolgschancen haben, die Convenience, Erlebnis und Emotionen, aber auch separate Services gegen Honorar/Entgelt anbieten. Und dies nicht nur wegen des demographischen Wandels.

Schnelle Evolution des stationären Handels wird sich forsetzen

Dennoch muss man sich heute immer häufiger fragen, wie es beim Stationären Handel weiter gehen soll. Warenhäuser und Sortimentsversender leiden, aber auch Textilkaufhäuser und sogar Fachgeschäfte, insofern sie ohne USP, Kooperation und Filialisierung daher kommen. B+H-Märkte und auch Möbelketten könnten auf Grund ihrer ungezügelten Flächenexpansion zunehmend Probleme bekommen, siehe Praktiker. Das Primat der Kostenoptimierung parallel mit geordneten Finanzen wird deshalb sehr stark im Vordergrund der Entwicklungen der nächsten Jahre stehen. Ohne Zweifel wird sich die schnelle Evolution dieser Branche verschärft fortsetzen und weitere neue Aspekte aufzeigen.

Digitalisierung verändert den Handel noch immer

Der entscheidende Schritt zum Wandel des Handels in der heutigen Zeit wurde etwa vor 15 Jahren gelegt. Die Digitalisierung des Handels – und das heißt derzeit noch hauptsächlich Internet & E-Commerce – hat die guten alten Handelszeiten total verändert. Am Ende des Jahres 2013 dürfte der Anteil des Onlinehandels am Einzelhandel im engeren Sinne mit ca. 40 Milliarden Euro Umsatz bei etwa 9 Prozent liegen. Der Anteil des Onlinehandels im Non-Food-Handel dürfte im Jahre 2013 sogar circa 16 Prozent erreichen. Hierbei haben die Internet-Pure-Player mit einem Anteil von derzeit über 35 Prozent am Online-Handel die Poolposition. Auch die Hersteller weisen in ihren Onlineverkäufen deutlich wachsende Anteile auf, wohingegen der stationäre Ladenhandel mit seinem eigenen Onlinehandel nach früheren starken Gewinnen mittlerweile wieder auf dem Rückzug ist. Und die Marktprognosen von führenden Marktforschungsinstituten sehen bis 2017 sogar ein mögliches Wachstum auf bis zu 75 Milliarden Euro voraus.

Funktionaler Handel ersetzt den institutionellen Handel

Tendenziell wird der institutionelle Handel durch den funktionellen Handel mehr und mehr ersetzt, das Ladengeschäft wird verstärkt durch eine reine Vertriebsfunktion für Produkte/Leistungen abgelöst. Dabei müssen klassische Ladengeschäfte keineswegs zwangsweise verschwinden, sie können generell kleiner werden. Sie werden umfunktioniert zu Präsentationspunkten, zu Schaufenstern, in denen auch weit mehr als dort ausgestellt per Internet gekauft werden kann mit umgehender Anlieferung nach Hause.

Bekanntlich wird der Kampf um das Geld der Verbraucher wird immer schärfer geführt, da die Nettorealeinkommen nicht oder kaum steigen, das Flächenangebot aber nicht zurückgenommen, sondern eher weiter ausgeweitet wird und das Internet als völlig neue Vertriebsform hinzugekommen ist und weitere Anteile gewinnen wird – und das ohne Investitionen in neue Verkaufsflächen.

Fachhandel nicht mehr so stabil wie früher

Trendforscher Eggert wagt einen Blick in die Zukunft: „Die Fachvertriebe - das sind der nicht-filialisierte Fachhandel, Filialisten des Fachhandels, Fachmärkte sowie Kauf- und Warenhäuser - wiesen in 1990 noch 55 Prozent Marktanteil und damit die klare Mehrheit im Vertrieb von Konsumgütern in Deutschland auf. Dieser Anteil ist bis 2010 auf etwa 46 Prozent abgesunken und dürfte im Jahre 2030 nur noch zusammen 37 Prozent aufweisen. Allein bezogen auf den Fachhandel inklusive seiner Filialisten ist ein Abstieg von 42 Prozent im Jahr 1990 über 29 Prozent im Jahr 2010 auf prognostizierte 22 Prozent im Jahr 2030 abzusehen. Die bisherige Stabilität des Fachvertriebes wurde so gesehen durch die starke Expansion der Fachmärkte aufgefangen bzw. übertüncht“.

Warenhäuser und Discounter verlieren

In einer Vorausschau für das Jahr 2030 sind Warenhäuser mit 1% Anteil zur Restgröße geworden, SB-Warenhäuser folgen auf dem Fuße, Discounter verlieren ebenfalls leicht. Der funktionelle Versandhandel hingegen dürfte bei einem Gesamt-Anteil von etwa 27% liegen. Hierbei dürfte der Anteil der nicht auf klassischem Warenversand, sondern auf elektronischem Versand basiert. Bei etwa 5 bis 10 % liegen. Gemeint sind einerseits elektronische Dateien wie Bücher, Musik und Software, aber andererseits spezielle Software für 3D-Drucker verbunden mit Lizenzen.

Zugegeben, die letztgenannte Technik klingt wirklich wie Zukunftsmusik, aber wer hatte noch vor rd. 15 Jahren den Siegeszug des Internets für möglich gehalten. Die Technologie ist es aber durchaus wert, schon heute beachtet zu werden, zumal ein Einsatz dieser Technologie eine entscheidende Revolution in der Wertschöpfungskette bedeuten würde: Wenn der Handel selbst produziert, braucht er nur Software und Rohmaterialien kaufen, der gesamte logistische Aufwand für die Produkte entfällt und damit der Lkw-Verkehr auf den Straßen. Wenn der Endverbraucher selbst in diese Produktion einsteigt, wird auch der Handel immer überflüssiger – er kann die notwendigen Dateien direkt aus dem Internet von entsprechenden Softwareunternehmen beziehen.

Per Mausklick und mit Hilfe der 3D-Drucker können nach dem Stand der heutigen Technik Spielzeuge, Haushaltsgegenstände, Schmuck, Werkzeuge, Ersatzteile u.a.m. quasi am heimischen Schreibtisch (Desktop Manufacturing) produziert werden. Die Werkstoffe für das sog. Home Fabbing sind derzeit Flüssigplastik, Gips, Metall- oder Glaspulver und Wachs. Durch einfache Eingabe in den Computer ist es möglich, die Grundprodukte zu variieren und damit zu individualisieren – und so kann jeder Konsument den gewünschten Gegenständen einen „eigenen Stempel“ aufdrücken, womit wir im „Mass-Merchandising“ mit derzeit noch nicht absehbaren Folgen angekommen wären.

Studie greift aktuellste Themen auf

Die Studie Megatrends Handel II – Trendupdate 2025/2030 mit den fast 400 Seiten ist kein „alter Wein in neuen Schläuchen“, sondern greift vor allem auch neue Themen auf:

  • Handelstrends 2025 / 2030
  • Trends im Vertrieb / Verkauf
  • Digitalisierung, E-Business, E-Commerce & Co.
  • Trends im Marketing
  • Management-Trends
  • „Wachstumsideen“ für den Handel


Quelle: bbw Marketing