Moderner Messebau – Visitenkarte XXL

02.12.2013

Nächstes Jahr ist es wieder so weit. Die Messe Düsseldorf steht nach drei Jahren erneut unter dem rot-schwarzen Stern der EuroShop. Und was wäre eine Messe ohne ihre Aussteller? Nichts. Was wären die Aussteller ohne ihre Messebauer und -architekten? Ebenfalls nichts! Und vor allem: nicht auf der Messe. Denn ein guter Stand ist die beste Visitenkarte für das eigene Unternehmen.
Bild: Autovorstellung; Copyright: LIGANOVA GmbH

Der Verband Direkte Wirtschaftskommunikation e.V. (FAMAB) vergibt jedes jahr den ADAM-Award für herausragenden Messebau. 2013 holte sich Mercedes Benz den Sieg in der Kategorie L. Designer Patrick Schmidt erzählt im Interview mehr über das Stand-Design; © LIGANOVA GmbH

Und was nützt die beste Position im Unternehmen, wenn die entsprechende Visitenkarte nicht professionell und ansprechend gestaltet ist? Nicht viel. Denn der erste Eindruck ist und bleibt nun mal der visuelle: Material und Design sind daher das A und O. Auch im Bereich Messebau und Ladengestaltung sind die Materialien eines der wichtigsten Elemente. Sie müssen schön und funktional sein, überraschend und anziehend zugleich, denn sie gestalten den Stand und erzeugen die Emotion, die den Besucher zum Verweilen einladen soll. Stilbrüche, individuelle Designs und natürliche Materialien sind im Messebau nach wie vor ein großes Thema.

"Alles ist nicht mehr so monolithisch wie früher", findet auch Patrick Schmidt, Creative Director Live der Liganova GmbH. „Die Markenbotschaft wird zunehmend durch einzigartige Designs und Materialkombinationen vermittelt und nicht mehr durch bloße Produktpräsentation. Messebau ist flexibler geworden: Weniger Corporate Identity und mehr Flexibilität und Kreativität. Unternehmen wollen mehr inspirieren und sich einzigartiger präsentieren.“ Im Interview verrät er, welche Besonderheiten den ADAM-Award Gold-Gewinner (Kategorie L) 2013, den der Verband Direkte Wirtschaftskommunikation e.V. (FAMAB) jedes Jahr vergibt, so preisverdächtig machen.
Bild: Buch; Copyright: Ueberholz GmbH

Auf der Messe Mailingtage setzte das Unternehmen Ueberholz Papier gekonnt in Szene. Auch das Trendelement Licht leistete dabei seinen Beitrag; © Ueberholz GmbH

Trends im Messebau- und Storedesign

Sinnlich und modern war auch ein anderer ADAM-Preisträger 2013: Bronzegewinner der Kategorie S wurde das Unternehmen Ueberholz aus Wuppertal. Hier verbanden sich im Zuge der Mailingtage Papier und Messebau zu einem natürlichen Ganzen. Warme papierähnliche Materialien wie Holz und Wellpappe sowie die Naturtöne des Papiers schufen eine gemütliche Atmosphäre, die durch den Kontrast der kühlen Glasfassade des Messestandes verstärkt wurde. Auch den Trendfaktor Licht griff dieses Standdesign auf, indem das im Zentrum des Standes befindliche Buch mit Licht beschrieben wurde. Dieser Stand ist nur ein Beispiel des „Sense of Touch“-Trends, den die Teppichfasermarke Antron im Vorfeld der EuroShop für den europäischen Markt identifiziert hat. Das Unternehmen erstellt regelmäßig Trendstudien, die nicht nur Bodenbeläge, sondern auch den Bereich der Inneneinrichtung insgesamt ins Visier nehmen.

In seiner aktuellsten Studie hat Antron noch drei weitere wesentliche Gestaltungstrends identifiziert: Neben „Global Patchwork“, dem Verschmelzen verschiedener kultureller Gestaltungselemente, und "Recreate Century", der Renaissance von antiken und opulenten Elementen, ist ein weiterer Trend der "Natural Minimalism". Natürliche Materialien wie Moos haben bereits auf der EuroShop 2011 für Aufsehen gesorgt. Seit dem sind Moose, Hölzer, Wasser und auch andere natürliche Materialien aus dem Laden- und Messebau nicht mehr wegzudenken. Denn: "Das Thema Natur ist der große Trend. Als Gegenpol zu unserer technisierten Zeit und der künstlichen Welt des Internets wächst die Sehnsucht nach Wahrhaftigem", erklärt Nicole Lepper, Geschäftsführerin von Moysing Retail Design auf EuroShop.de.

Booth construction 2.0: flexible and eco-friendly

Exhibition booths are not disposible products, the same way the new "calling card" doesn't get "shredded" after the first appointment. Today's exhibition booths have to be individual and flexible at the same time. This is something Mercedes-Benz also knows. This year's ADAM award in Gold in the L-category went to the A-Class pavilion of the automotive manufacturer. Aside from a scalable trade show appearance, the company also ordered a smaller, modified version of the booth to showcase products in the car dealership.

Simon Damböck, Managing Director of Atelier Damböck Messebau GmbH, confirms this trend: "The customer base is very interested in modular construction. However, the exhibition booth is still meant to be consistent with conventional design. It is an individualized design, but it can also be used in a modular fashion at the same time."

Sustainability is still a hot topic in booth and store construction. The ECOpark is going to highlight this topic at the EuroShop. Atelier Damböck has been involved in this subject for quite some time now. "We are very interested in finding eco-friendly solutions and love to consult our customers in this area. Approximately 25 percent of our clientele take advantage of our climate neutral exhibition booths. Sustainability in booth construction plays an increasing role for customers in terms of awareness and interest. That said, the willingness to increase the budget, which is necessary to some extent, is usually still not big enough," Simon Damböck sums up the ecotrend.
Bild: Buch; Copyright: Ueberholz GmbH

Auf der EuroShop 2014 wird diesem wichtigen Thema ein eigener Bereich gewidmet: Die Lighting Designer's Lounge; © Ueberholz GmbH

Messebau hat viele Gesichter und Kanäle

Der ADAM-Goldgewinner der Kategorie S setzte auf Interaktion und eine (Messe-)Welt zum Anfassen. Die WELT-Gruppe Axel Springer AG gewann mit einem interaktiven Messestand, in dem – passend zum eigenen Unternehmen – alle Medienkanäle vereint und erlebbar wurden. Es ist wichtig, den Kunden das angebotene Produkt direkt auf der Messe anfassen und ausprobieren zu lassen. Denn heutzutage ist persönlicher Service ein echter Vorteil, den der stationäre Handel gegenüber der Online-Welt hat, und den sich die Händler zunutze machen müssen. Und dieser Service beginnt schon am Messestand.

Autor: Elisabeth Henning; EuroShop
Erstveröffentlichung auf iXtenso.com