Neue Konzepte aus der Forschung beim Wissenschaftspreis 2014

EHI-News

19.02.2014

Zur Verleihung des Wissenschaftspreises 2014 kamen am gestrigen Abend auf Einladung von EHI Stiftung und GS1 Germany rund 300 geladene Spitzenkräfte der Handelsbranche nach Düsseldorf.
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Die Gewinner des Wissenschaftspreises 2014: Carina Barg, Dr. Jochen Reiner, Christian Kaiser, Prof. Dr. Stephan Kull

„Wir freuen uns, diesen Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis über aktuelle Trends der Branche zum wiederholten Mal finanziell zu fördern. Junge Nachwuchskräfte zu motivieren und für die Branche zu begeistern, ist mit entscheidend für den zukünftigen Erfolg des deutschen Handels“, sagt Mark Sievers, Head of Consumer Markets bei KPMG. „Die eingereichten Arbeiten besitzen hohe Relevanz – auch für den internationalen Markt.“

In den Kategorien Dissertation, Master, Bachelor und Kooperation wurden folgende Arbeiten ausgezeichnet:

Dissertation: Entertainment Shopping macht Kunden loyal
Aufgrund der großen Wettbewerbsintensität auf vielen Absatzmärkten sehen sich viele Unternehmen gezwungen, Maßnahmen zu entwickeln, die sie von ihren Wettbewerbern differenzieren und das Unternehmen aus Sicht der Käufer attraktiv erscheinen lässt. Eine Möglichkeit zur Differenzierung ist die Implementierung innovativer Preis- oder Promotion-Mechanismen. Die Dissertation von Dr. Jochen Reiner erklärt die Funktionsweise des Entertainment Shopping. Dabei untersucht er, ob Preis- und Promotion-Mechanismenprofitabel sind und welchen Einfluss der Einsatz von Entertainment Shopping auf das Verhalten der Kunden (z.B. Loyalität) hat. Dr. Jochen Reiner hat seine Dissertation bei Prof. Natter an der Goethe Universität Frankfurt geschrieben.

Master: Mehrwert beflügelt Mobile Payment System

Christian Kaiser hat analysiert, welche Eigenschaften und Funktionen ein Mobile Payment System besitzen muss, damit es vom Kunden akzeptiert wird. Darüber hinaus hat Kaiser einen lauffähigen Mobile Payment-Prototypen entwickelt, der die Grundfunktionen des Zahlungssystems bereitstellt. Er gibt Empfehlungen für mögliche CRM-Maßnahmen, die den Nutzwert des entwickelten Zahlungssystems noch erhöhen. Eine wesentliche Erkenntnis aus Kaisers Analysen ist, dass sich Kunden einem neuen System gegenüber eher aufgeschlossen zeigen, wenn sie einen klaren Mehrwert, sprich einen finanziellen Vorteil, erwarten können. Das Modell, das Kaiser entwickelt hat, bietet den Kunden neben der einfachen und schnellen Zahlung einen finanziellen Vorteil und der jeweilige Händler erhält präzise, personengebundene Einkaufsdaten und damit die Möglichkeit zur effektiveren Kundenbindung. Christian Kaiserhat sein Masterstudium der Wirtschaftsinformatik an der Universität Freiburg, Schweiz, absolviert.

Bachelor: Lernangebote steigern Identifikation

Carina Barg, Studentin der Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft, ist der Frage nachgegangen, welchen Einfluss die Kultur eines Unternehmens auf das Identifikationspotenzial von Mitarbeitern im Einzelhandel hat und welche positiven Einflussfaktoren sich konkret bestimmen lassen. Um die entscheidenden Einflussfaktoren innerhalb einer Unternehmenskultur zu identifizieren, hat sie qualitative Interviews mit Mitarbeitern im Handel geführt und Einflussfaktoren identifiziert, die einen positiven Effekt auf die Zufriedenheit und das Identifikationspotential der Mitarbeiter haben. An erster Stelle ist dabei die Lernkultur zu nennen, gefolgt von eigenverantwortlichem Arbeiten, der Einbeziehung in Entscheidungsprozesse und ein Klima der Wertschätzung.

Carina Barg hat ein Thema aufgegriffen, das für den Handel von großer Bedeutung ist und in der Forschung mehr Aufmerksamkeit verdient hat.

Kooperation: AugmentedRetailing

Der Preis der Kooperationen ging in diesem Jahr an Prof. Dr. Stephan Kull von der Jade Hochschule Wilhelmshaven/Oldenburg/Elsfleth. Das ausgezeichnete Forschungsprojekt „AugmentedRetailing: Erlebnispotenziale zur virtuellen Erweiterung realer Einkaufswelten" greift eine technische Entwicklung auf, die aufgrund ihrer erwarteten Auswirkungen auf das alltägliche Einkaufverhalten ein großes Innovationspotenzial und eine zunehmende Erfolgsrelevanz für die Konsumgüterwirtschaft hat. In enger Kooperation mit Markenindustrie und Handel hat Prof. Kull Einsatzmöglichkeiten am POS analysiert und mit Feldversuchen in realer Einkaufsumgebung untersucht. Die gewonnenen Erkenntnisse zu Akzeptanz und Nutzenwahrnehmung bilden die Grundlage für eine zukünftige Implementierung von bedarfsorientierten Anwendungsszenarien am POS.

EHI Stiftung und GS1 Germany stiften paritätisch 38.000 Euro Preisgeld, um den akademischen Nachwuchs und etablierte Lehrstühle zu ermutigen, praxisrelevante Themen für die Handelsbranche wissenschaftlich zu untersuchen und insbesondere Kooperationen zwischen Hochschulen, Handel und Industrie zu fördern. Zudem soll der Transfer der wissenschaftlich erarbeiteten Erkenntnisse von den Hochschulen in die Praxis ermöglicht werden. Alle ausgezeichneten Arbeiten können eingesehen werden.

www.wissenschaftspreis.org

Quelle: EHI