Nutzercommunity erledigt Microjobs

Produktplatzierungen und Werbemaßnahmen können per Crowdsourcing mit dem Smartphone überprüft werden

02.02.2015

Apps und Soziale Netzwerke sind nicht die einzigen digitalen Punkte, an denen Händler mit ihren Kunden in Kontakt treten. Mit Microjobbing-Apps können die Kunden sogar gewissermaßen zu Mitarbeitern für spezielle Aufgaben gemacht werden, zum Beispiel für die Überprüfung von Werbemaßnahmen und der Instore-Kommunikation.
Foto: Kiosk; © wer denkt was GmbH

Pressevertriebler lassen die Verfügbarkeit und Platzierung verschiedener Zeitschriften und Displays untersuchen; © wer denkt was GmbH

Hier hilft das Prinzip Crowdsourcing: Teilaufgaben werden an Privatpersonen ausgelagert, die für die Erledigung mit einem kleinen Entgelt entlohnt werden. Ein Unternehmen erhält damit quasi mehrere Tausend freie Mitarbeiter, die bei Bedarf fallbasiert für eine Überprüfung der Platzierung einsetzen können. Für den Auftraggeber für allem ein finanzieller Vorteil - denn Außendienstmitarbeiter können die Platzierungen nur stichprobenartig überprüfen und Personal- und Reisekosten gehen zusätzlich ins Geld.

Besonders effizient funktioniert Crowdsourcing in Kombination mit dem Smartphone, wie es unter anderem das Unternehmen AppJobber zeigt. Eine Community von inzwischen mehr als 100.000 Jobbern erledigt solche ausgelagerten Mikroaufgaben schnell und kostengünstig. Über die App informieren sich die Jobber über neue Jobs in ihrem unmittelbaren Umfeld und können diese quasi im Vorbeigehen erledigen. Da die Smartphones mit Kamera und GPS ausgestattet sind, lassen sich fast alle Arten von Daten erfassen, dokumentieren und überprüfen.
Foto: Zeitschriftenständer; © wer denkt was GmbH

Durch die Nutzer können zum Beispiel Platzierungen kontrolliert oder auch Werbemaßnahmen überprüft werden; © wer denkt was GmbH

Die möglichen Einsatzbereiche sind vielfältig

Die App des Darmstädter StartUps wer denkt was GmbH bietet Unternehmen eine Bandbreite an Einsatzgebieten. So können Platzierungen kontrolliert oder auch Werbemaßnahmen überprüft werden. Besonders beliebt sind unter AppJobbern kleinere Umfragen, aber auch Mystery-Shopping ist mit dem AppJobber inzwischen möglich.

Angefangen hat Appjobber mit TomTom und verschiedenen Aufgaben im Bereich der Sammlung von Navigationsdaten. Mittlerweile liegt der Fokus der meisten Jobs jedoch auf der Einzelhandelsbranche und den zugehörigen Lieferanten.

So konnten bereits mehrere Projekte in PoS und PoI erfolgreich umgesetzt werden: Motorola prüfte die Einführung der neuen Smartphone-Modelle Moto G und Moto X am PoS, wobei neben der korrekten Platzierung, die über Fotos nachgewiesen werden musste, auch die Verfügbarkeit von Zubehör abgefragt wurde.
Foto: Smartphones liegen in einem Store aus; © wer denkt was GmbH

Motorola prüfte zum Beispiel die Einführung der neuen Smartphone-Modelle Moto G und Moto X direkt am PoS; © wer denkt was GmbH

Während Pressevertriebler wie die DPV Worldwide GmbH die Verfügbarkeit und Platzierung verschiedener Zeitschriften und Displays untersuchen lassen, nutzt ein Leuchtreklamehersteller den AppJobber als zusätzlichen Vertriebsansatz, indem er sich von Jobbern defekte Leuchtreklamen melden lässt.

Unter Jobbern beliebt sind auch die Jobs in Schnellrestaurants: Die 3Sixty-TV GmbH lässt deutschlandweit die Instore-Medien in Fast-Food-Ketten daraufhin untersuchen, ob sie eingeschaltet und funktionsfähig sind. So können natürlich auch Einzelhändler die entsprechenden Geräte in ihren Filialen überprüfen.

Das Aufgabenspektrum ist also groß, denn viele kleine, geografisch verteilte und auch zeitkritische Aufgaben können an eine große Gemeinschaft ausgelagert werden. So kann ein kostengünstiger Mehrwert an Informationen generiert werden, der für das eigene Geschäft äußerst wertvoll sein kann.

Ein Fachbeitrag der wer denkt was GmbH