Oetker-Gruppe mit Geschäftsjahr 2013 zufrieden

Geschäftsbereich Nahrungsmittel zeigte 2013 zufriedenstellendes Wachstum

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Gruppenleitung Oetker-Gruppe 2014 (v.l.): Dr. Albert Christmann, Dr. Ottmar Gast, Richard Oetker und Dr. Niels Lorenz.

23.06.2014

"Trotz eines durchwachsenen Jahres mit spürbaren Währungseffekten und nach wie vor unsicheren politischen Gegebenheiten in zahlreichen Ländern weltweit hat die Oetker-Gruppe das Geschäftsjahr 2013 mit einem zufriedenstellenden Ergebnis abgeschlossen", teilte Richard Oetker, persönlich haftender Gesellschafter der Holding Dr. August Oetker KG, auf der Bilanzpressekonferenz in Bielefeld mit.

Vor diesem Hintergrund zeigten die Geschäftsbereiche der Unternehmensgruppe im Berichtsjahr 2013 eine zufriedenstellende Entwicklung und konnten den Umsatz mit 10.844 Mio. Euro (Vorjahr: 10.942 Mio. Euro) nahezu stabil halten. Ohne Berücksichtigung der Erst- und Endkonsolidierungen lag das kursbereinigte Wachstum bei 0,8 % (Vorjahr: 4,6 %).

In Deutschland wurden 32,4 % oder 3.519 Mio. Euro des Gesamtumsatzes erwirtschaftet (Vorjahr: 31,8 % oder 3.475 Mio. Euro). Der Auslandsanteil am Gesamtumsatz der Oetker-Gruppe blieb mit 67,6 % oder 7.325 Mio. Euro weitestgehend stabil (Vorjahr: 68,2 % oder 7.467 Mio. Euro). Davon entfielen auf die restliche EU 23,4 % oder 2.537 Mio. Euro (Vorjahr: 23 % oder 2.518 Mio. Euro) und auf das weitere Europa 3,2 % oder 344 Mio. Euro (Vorjahr: 2,9 % oder 319 Mio. Euro). Der Umsatz in der restlichen Welt betrug 41 % oder 4.444 Mio. Euro (Vorjahr: 42,3 % oder 4.630 Mio. Euro).

Die drei konsumgüterorientierten Geschäftsbereiche machten insgesamt einen Anteil von 47,1 % am Gesamtumsatz aus (Vorjahr: 45,9 %). Der Nahrungsmittelbereich steuerte 23,8 % der Umsatzerlöse bei (Vorjahr: 22,9 %), Bier und alkoholfreie Getränke 17 % (Vorjahr: 16,8 %), Sekt, Wein und Spirituosen 6,3 % (Vorjahr: 6,2 %). Der Bereich Weitere Interessen trug mit 4,4 % zum Gesamtumsatz bei (Vorjahr: 4,1 %).

Die Zahl der Mitarbeiter erhöhte sich insgesamt um 1,9 % auf 26.907 (Vorjahr: 26.406). Im Geschäftsbereich Nahrungsmittel stieg der Personalbestand um 4,4 % auf 12.272 Mitarbeiter (Vorjahr: 11.752). Der Geschäftsbereich Bier und alkoholfreie Getränke verzeichnete einen leichten Personalrückgang. In der Radeberger Gruppe waren im vergangenen Jahr 5.689 Mitarbeiter angestellt (Vorjahr: 5.725), das entspricht einem Minus von 0,6 %. Auch im Bereich Sekt, Wein und Spirituosen fielen die Mitarbeiterzahlen leicht. Bei der Henkell & Co. Sektkellerei waren es mit 2.028 Mitarbeitern 0,6 % weniger als im Vorjahr (Vorjahr: 2.040). Der Personalbestand bei der Hamburg Süd wies ebenso einen Rückgang im abgelaufenen Geschäftsjahr um 0,5 % auf 4.491 Mitarbeiter (Vorjahr: 4.512). Im Bereich Weitere Interessen stieg die Zahl der Mitarbeiter von 2.377 auf 2.427 Beschäftigte; das entspricht einer Steigerung von 2,1 % aus. Der Bereich Bank verzeichnete auch einen größeren Anstieg in Höhe von 7,4 % auf 628 Beschäftigte (Vorjahr: 585).

Geschäftsbereich Nahrungsmittel zeigte 2013 zufriedenstellendes Wachstum

Der Geschäftsbereich Nahrungsmittel, der das Markenartikel- und Großverbrauchergeschäft umfasst, steigerte die Umsatzerlöse um 3 % auf 2.577 Mio. Euro (Vorjahr: 2.501 Mio. Euro). Bereinigt um Währungs- und Konsolidierungskreiseffekte wuchs der Umsatz um 4,1 %.

Die Entwicklung der Dr. Oetker Landesgesellschaften verlief sehr unterschiedlich. Insgesamt konnte die Dr. Oetker GmbH bei Umsatz und Ertrag ein zufriedenstellendes Ergebnis erzielen. Die Umsätze der deutschen Unternehmen stiegen um 2,4 % (Vorjahr: 1,9 %), während die Umsätze der ausländischen Schwestergesellschaften im vergangenen Jahr um 2,3 % wuchsen (Vorjahr: 10,1 %). Das Nährmittelsortiment hat sich im vergangenen Jahr im Wettbewerbsumfeld, das sich sowohl durch den Ausbau von No-Name- und Handelsmarken als auch den Markteintritt neuer Markenhersteller verschärft hat, ordentlich behauptet und ist im Vergleich zum Vorjahr leicht gewachsen.

Der Sortimentsbereich Tiefkühlkost hat sich im vergangenen Jahr in Deutschland erfreulich entwickelt und eine ordentliche Umsatzsteigerung generiert. Die Nachfrage nach TK-Pizza hält nach wie vor an und der Markt bietet weiteres Potential, Wachs-tum zu generieren und Marktanteile in Deutschland zu steigern. Ein Highlight des abgelaufenen Geschäftsjahres war die Einführung des innovativen Dr. Oetker Pizzaburgers, der erfolgreich neue Impulse im TK-Pizzamarkt setzte. Der Sortimentsbereich Frische begegnete auch 2013 einem sehr intensiven Wettbewerbsumfeld. Dennoch verzeichnete die Frische eine ordentliche Umsatzentwicklung und baute ihre marktführende Position im Marktsegment Fertigdesserts weiter aus.

Auf internationaler Ebene verliefen die Geschäfte unterschiedlich. Die italienische Landesgesellschaft cameo erreichte im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Umsatzrekord und steigerte zudem erneut die Marktanteile. Dr. Oetker Frankreich wuchs ebenfalls ordentlich und konnte seinen Marktanteil bei TK-Pizza erneut ausbauen. Auch die Landesgesellschaften in Osteuropa verbuchten im vergangenen Geschäftsjahr ein ordentliches Wachstum. Hauptwachstumsträger war dabei das TK-Pizza-Sortiment mit dem Produkt Guseppe. Insgesamt machte das Auslandsgeschäft einen Anteil von 67 % am Gesamtumsatz aus (Vorjahr: 67 %).

In einem schwierigen Marktumfeld hat sich die Martin Braun-Gruppe, die ein Vollsortiment an Convenienceprodukten im Schwerpunktbereich süße und herzhafte Backwaren, Brot/Brötchen, Desserts und Eis für Großverbraucher vertreibt, auch 2013 gut präsentiert und mit einem Umsatzwachstum von 7,4 % ordentlich weiterentwickelt. Insbesondere im internationalen Geschäft wurden zum Teil zweistellige Wachstumsraten erreicht. Vor allem die Sortimentsbereiche Süße Backzutaten unter der Marke Braun und Tiefkühlbackwaren unter der Marke Wolf ButterBack konnten 2013 in den großen europäischen Backwarenmärkten wie Österreich, Schweiz, Russland, Spanien und Italien ihre Marktposition weiter ausbauen. So liegt der Anteil des Auslandsumsatzes am Gesamtumsatz der Martin Braun-Gruppe mittlerweile bei über 50 %.

Die FrischeParadies-Gruppe als Deutschlands größter Spezialmarkt und Lieferant für feinste Lebensmittel setzte im abgelaufenen Geschäftsjahr 2013 die positive Entwicklung der Vorjahre fort. Trotz der stagnierenden Marktentwicklung in der Hotellerie und Gastronomie wurde der Marktanteil ausgebaut und ein überproportionales Umsatzwachstum erzielt. Zu dieser positiven Entwicklung hat insbesondere das Inlandsgeschäft beigetragen. Auch die Aktivitäten auf Mallorca und die Exporte nach Polen, Tschechien und in die baltischen Staaten sind überdurchschnittlich gewachsen. Die positive Entwicklung im Privatkundengeschäft stärkt den strategischen Ansatz der Diversifizierung im Bereich der Zielkunden.

Geschäftsbereich Bier und alkoholfreie Getränke hält Absatz sowie Umsatz stabil

Die Radeberger Gruppe, Deutschlands größte private Brauereigruppe, bildet innerhalb der Oetker-Gruppe den Geschäftsbereich Bier und alkoholfreie Getränke und blickt auf ein ordentliches Geschäftsjahr zurück. Die Unternehmensgruppe konnte sowohl ihren Absatz als auch ihren Umsatz in einem deutlich rückläufigen Markt stabil halten. Das Geschäftsjahr war neben einem schwachen Jahresstart im gesamten Biermarkt von starken Wetterkapriolen und der Flutkatastrophe Mitte des Jahres sowie einer zum Ende des Jahres umgesetzten Preiserhöhung geprägt. Die Brauereigruppe hielt ihren Gesamtumsatz in Höhe von 1.843 Mio. Euro auf Vorjahresniveau.

Die Flaggschiffmarke Radeberger Pilsner setzte ihren Erfolgskurs 2013 fort. Sie legte im Absatz und Umsatz deutlich zu, festigte ihre Position unter den Top Fünf der Pilsmarken im deutschen Handel und baute die Marktführerschaft im Heimatmarkt weiter aus. Schöfferhofer sorgte im Jahr 2013 erstmals mit einem eigenständigen TV-Spot der alkoholfreien Variante für Aufsehen. Im Bereich der Biermixe zeigte das Aushängeschild Schöfferhofer Grapefruit trotz des späten Sommers eine stabile Entwicklung und blieb so die Sorte mit der größten Käuferreichweite in diesem Segment. Ein erfreuliches Wachstum verzeichneten ferner Jever und Clausthaler. Weiter auf Erfolgskurs blieb auch das Mineralwasser Original Selters, das erneut Objekte aus der gehobenen Gastronomie und Hotellerie für sich gewinnen konnte. Ti, der neue, aus natürlichen Zutaten in Bio-Qualität hergestellte Erfrischungstee im Portfolio der Radeberger Gruppe, wurde 2013 mit den drei Sorten Grüner Tee & Mango, Weißer Tee & Cranberry-Acai sowie Pfefferminztee & Brombeere in den Markt eingeführt und konnte 2013 erste wichtige Schritte in dem neu etablierten Marktsegment der Erfrischungstees gehen.

Der Biermarkt wird die Branche auch 2014 mit neuen Herausforderungen konfrontieren. Ein starker Wettbewerbsdruck, steigende Kosten für Rohstoffe, Energie, Personal, Verpackung und Transport sowie der Wandel der Zielgruppen und dadurch veränderte Nachfragemuster werden alle Akteure intensiv beschäftigen. Die Radeberger Gruppe startet gut vorbereitet, zuversichtlich und mit zahlreichen maßgeschneiderten Aktionen rund um ihre Marken in ein spannendes, forderndes neues Jahr. Die Radeberger Gruppe war neben anderen Brauereien von einem Verfahren des Bundeskartellamtes tangiert, in dem die Behörde den Vorwurf erfolgter Preisabsprachen erhob. Die Radeberger Gruppe hat Einspruch gegen den im April 2014 zugegangenen Bußgeldbescheid eingelegt, da sie nicht an einer Preisabsprache beteiligt war.

Geschäftsbereich Sekt, Wein und Spirituosen legt in Umsatz und Absatz zu

Der Bereich Sekt, Wein und Spirituosen führte sein Wachstum auch im Jahr 2013 fort und erzielte einen Umsatz von 687 Mio. Euro (Vorjahr: 675 Mio. Euro). Das entspricht einem Umsatzplus von 1,8 % gegenüber 2012. Hiervon entfielen 316 Mio. Euro auf das Inland und 371 Mio. Euro auf das Ausland. Gleichzeitig stieg der Absatz der Henkell & Co.-Gruppe von 238,5 Mio. Flaschen Sekt, Wein und Spirituosen im Vorjahr auf 242,6 Mio. Flaschen im Berichtsjahr. Während der Sektbereich mit 158 Mio. Flaschen leicht über dem Vorjahr lag, stieg der Weinabsatz um 14,6 % auf 39,5 Mio. Flaschen. Die Spirituosen gingen im gleichen Zeitraum um 2,4 % auf 45,1 Mio. Flaschen zurück.

Der Sektabsatz von Henkell & Co. glänzte 2013 im Inland mit teilweise deutlichen Zuwächsen bei den Marken Henkell, Fürst von Metternich und Söhnlein Brillant. Fürst von Metternich überzeugte mit einem besonders erfolgreichen Absatzergebnis. Der führende deutsche Premium-Sekt konnte im Jahr 2013 um beachtliche 16,5 % zulegen und erreichte einen Absatz von 7 Mio. 1/1-Flaschen. International trugen der italienische Mionetto, der ungarische Törley und der tschechische Bohemia zu den guten Ergebnissen der Kernmarken des Schaumweinsortiments bei. Das Weingeschäft der Henkell & Co.-Gruppe stieg im Berichtszeitraum um 14,6 % auf 39,5 Mio. Flaschen. Die Hauptabsätze wurden in Ungarn, Tschechien und der Slowakei erzielt. Während Ungarn mit seinen BB-Weinen auf Vorjahresniveau agierte, war das Wachstum in Tschechien durch die Víno Mikulov- und Habánské Sklepy-Weine geprägt. In der Slowakei legten die Vitis-Weine zu. Mit der Übernahme von Copestick Murray kam die englische Weinmarke I heart hinzu. Die renommierten deutschen Rieslingweine von Schloss Johannisberg bleiben als edle Châteaux-Weine weltweit gefragt. Der Spirituosenabsatz der Gruppe ging im Geschäftsjahr 2013 leicht um 2,4 % auf 45,1 Mio. Flaschen zurück. Auf Basis der soliden Geschäftsentwicklung und der weiterführenden Internationalisierung sieht sich die Henkell & Co.-Gruppe für die zukünftigen Herausforderungen gerüstet. Erklärtes Ziel ist es, in allen Ländern weiter zu expandieren.

Ordentliche Ergebnisentwicklung im Jahr 2013

Nach Angaben von Dr. Albert Christmann, Finanzchef und persönlich haftender Gesellschafter der Dr. August Oetker KG, hat sich das Unternehmen auch im Jahr 2013 ordentlich weiterentwickelt. Die Konzernbilanz der Oetker-Gruppe schloss mit einer Bilanzsumme von 7.770 Mio. Euro (Vorjahr: 7.695 Mio. Euro).

Die Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögensgegenstände lagen im Jahr 2013 ohne die Erstkonsolidierungen bei 777 Mio. Euro und damit um 246 Mio. Euro über dem Vergleichswert des Vorjahres. Die Abschreibungen betrugen 506 Mio. Euro und unterschritten den Vorjahreswert um 59 Mio. Euro. Das Kommanditkapital der Obergesellschaft Dr. August Oetker KG blieb mit 450 Mio. Euro konstant. Das gesamte offen ausgewiesene Eigenkapital im Konzernabschluss zum 31.12.2013 belief sich auf 3.105 Mio. Euro und nahm damit gegenüber dem Vorjahr um 258 Mio. Euro zu. Die Eigenkapitalquote lag bei 40 %. Dr. Christmann bezeichnete das Ergebnis des Geschäftsjahres 2013 insgesamt als durchaus akzeptabel.

Der Cash-Flow lag im Jahr 2013 wieder merklich über 600 Mio. Euro und damit qualitativ und quantitativ auf einem ordentlichen Niveau. Zum Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr sagte Dr. Christmann: "Die Oetker-Gruppe wird auch im Jahr 2014 die Marktführerschaften in den bearbeiteten Bereichen ausbauen und zugleich ihre Internationalisierung fortsetzen sowie neue Märkte erschließen. Für die auf uns zukommenden Herausforderungen ist die Oetker-Gruppe gut gerüstet. Wir haben ungeachtet der öffentlichen Diskussion um die Schifffahrt klare Vorstellungen für die strategischen Zielsetzungen in jeder Sparte - und können diese auch aus eigener Finanz- und Bilanzkraft angehen. Wir wissen, was wir wollen und tun, was wir uns im Konsens mit unseren Gesellschaftern vorgenommen haben."

Quelle: Oetker-Gruppe