Schuhe: Modehandel gewinnt weiter an Bedeutung – Online wächst rasant

Der neue „IFH-Branchenreport Schuhe 2013“ zeigt: Der Schuhkauf wird zunehmend vom Outfit-Gedanken geprägt. Online-Handel deckt häufig Plankäufe ab und steigert die Umsätze erneut um 27 Prozent. Gesamtmarktvolumen wächst auf 9,3 Milliarden Euro.

Der Schuhmarkt in Deutschland wächst weiterhin stabil: Mit einem Plus von 1,1 Prozent steigt das Marktvolumen erneut leicht an und landet 2012 bei insgesamt rund 9,3 Milliarden Euro. Dabei ist zu beobachten, dass Schuhe vor allem als Teil eines gesamten Outfits bei den Konsumenten zunehmend an Bedeutung gewinnen – so ein Ergebnis der neuen IFH-Studie „Branchenreport Schuhe 2013“. Wie schon im Modebereich zu beobachten, ist auch der Schuhmarkt von häufigen Modewechseln betroffen. „Die Schuhmode wird insgesamt schnelllebiger und abwechslungsreicher, was tendenziell Produkte aus der Preismitte begünstigt“, so Studienautor Hansjürgen Heinick, Senior Consultant am IFH Köln.

Diese Entwicklung hin zu Schuhen als Teil eines abgestimmten Outfits wird vor allem durch den Bekleidungshandel und die großen Modelabels mit eigenen Schuhlinien vorangetrieben. So ist es auch nicht verwunderlich, dass der Sport- und Bekleidungsfachhandel Marktanteile hinzugewinnen konnte. Rund 12,6 Prozent des Umsatzes mit Schuhen in Deutschland wird zwischenzeitlich über diesen Kanal realisiert. „Die Kompetenz der Schuhfachhändler wird von den Konsumenten zwar nach wie vor geschätzt, jedoch wird die Herausforderung, dem Outfitgedanken zu entsprechen, auch hier immer größer“, so Heinick.

Online-Marktvolumen wächst rasant

Neben dem Modehandel macht auch das Internet dem stationären Schuhhandel weiter Marktanteile streitig. Mit einem erneuten Plus von 27 Prozent im Vergleich zum Vorjahr hat der Online-Handel mit Schuhen 2012 ein Marktvolumen von knapp 1,2 Milliarden Euro erreicht. Und: Ein Ende des Wachstums ist nicht abzusehen. „Der Online-Handel bleibt und wächst weiter. 25 Prozent Marktanteil sind absehbar, 35 Prozent Marktanteil bis 2020/25 nicht unwahrscheinlich“, prognostiziert IFH-Experte Hansjürgen Heinick. Online werden vor allem kurzfristige Bedarfe direkt befriedigt, da der Aufwand verhältnismäßig gering ist. Der Charakter des stationären Schuhkaufs hingegen wandelt sich langsam hin zu mehr Inspiration und Zwanglosigkeit, weniger Kaufabsichten, aber mehr  Freizeitaufenthalt. Der stationäre Handel ist dabei der Kontaktpunkt für Emotionalität und Spontankäufe.

Bei Damen liegen Stiefel, bei Herren Halbschuhe umsatzmäßig vorn
Für die vorliegende Studie wurden die Umsätze im Schuhmarkt erstmals auch in einer materialübergreifenden Differenzierung nach Schuharten ermittelt. Die Ergebnisse zeigen: Bei den Damenschuhen tragen vor allem die häufig auch teureren Stiefeletten und Stiefel am meisten zum Umsatz bei (23,1 %). Rund 712 Millionen Euro Umsatz entfallen auf Pumps und High Heels, die mit 14,2 Prozent Umsatzanteil auf Platz zwei der umsatzstärksten Damenschuhe landen. Bei den Herren sind Halbschuhe/Schnürschuhe (821 Millionen Euro) vor Sportschuhen die Umsatzbringer. Mit einem Umsatz von 428 Millionen Euro liegen Sneaker bei den Herren an dritter Stelle.

Quelle: Institut für Handelsforschung (IfH)