State of the Art oder nur Piloten – wie sieht die Mobile Payment Zukunft aus?

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Ein Schwerpunkt der EuroCIS 2012 sind innovative Zahlungssysteme speziell für den Handel. Besonderes Interesse in der Retailszene weckt derzeit das Thema Mobile Payment. Welche Mobile Payment Zahlungsarten dem Handel bereits angeboten werden und welche Trends sich für die Zukunft abzeichnen, wird auf der EuroCIS von Anbietern, wie z.B. Atos, B+S Card Services, ConCardis, easycash, Hypercom, Ingenico, InterCard, Itellium, Valuephone oder VeriFone präsentiert.

„Nach kontaktlosen Karten an der Handelskasse sind der Einkauf per Mobiltelefon im mobilen Internet sowie das kontaktlose Bezahlen mit NFC-fähigen Mobiltelefonen an der Kasse aktuelle Herausforderungen. Mobile Services treiben Mobile Payments“,erklärt Horst Förster, Mitglied im Arbeitskreis Zahlungssysteme des EHI Retail Instituts.

Mobiltelefone ermöglichen Mobile Services

Im Handel ist Convenience für Konsumenten ein wichtiges Ziel. Daher setzen führende Händler inzwischen auch auf die mobilen Dienste moderner Mobiltelefone. Dazu gehören z. B.:
• Senden/Empfangen von E-Mails und SMS/MMS Nachrichten
• mobiler Internetzugang
• Download von Applikationen („Mobile App“)
• 2D QR Code Reader zum Informationsabruf aus dem Internet
• Mobile Wallet zur Speicherung von Gutscheinen und GiftCards
• Kontaktlose NFC-Funktion für den Dialog am Point of Sale

Diese Dienste bilden die technische Basis für Mobile Services im Handel, im Nahverkehr, bei Banken und in vielen anderen Bereichen.

Mobile Services und das mobile Internet treiben Mobile Payments

Seit 2008 besteht im Handel zunehmend Interesse an Mobile Services zur mobilen Direktansprache von Kunden. Zu den für den Handel interessanten Mobile Services gehören z. B.:

• Kundeninformation: Filialfinder, Angebotsfinder, Einkaufsliste, aktuelle Angebote, auch SMS-Begrüßung
• Produkt- und Serviceinformation: Lieferstatus, Garantiestatus
• Kundenbindung: Gutscheine, Discounts, Mobile Couponing, Bonuspunkte, Special Offers
• Mobil Einkaufen im mobilen Onlineshop per ‚Mobile App‘
• Produkt- und Serviceangebote auf Smart Postern: Mit NFC-fähigen Mobiltelefonen können Informationen abgerufen werden.

Dazu können kundenindividuell unterschiedliche mobile Übertragungswege genutzt werden – z. B. Email, SMS, Mobile App oder 2D QR Barcodes und ab 2012 auch kontaktlose NFC-Technologie.

Beispiel Mobile Couponing – Smartphones als Rabattkarte

Papiergutscheine, Coupons und Rabattkarten haben mobile Konkurrenz bekommen. Der Trend geht zu ortsgebundenen elektronischen Coupons, die kundenindividuell an das Mobiletelefon registrierter Stammkunden versandt und in einer Mobile Wallet oder App des Händlers gespeichert werden können. Der Stammkunde kann seinen „Location-based“ Coupon im Geschäft des Händlers einlösen, meist durch einen Scan des QR Barcodes vom Bildschirm des Mobiltelefons.

Mobil Bezahlen im mobilen Internet

Bestes Beispiel für die stark gewachsene Mobilität der Konsumenten und des Handels ist der Online-Einkauf im mobilen Internet. Viele Händler betrieben seit Jahren Onlineshops und erreichen dort oft bereits 15% des Umsatzes im stationären Handel.

Das Internet und sein dort erprobter e-Payment-Mix sind auch wichtige Bausteine des Handels für das mobile Internet. Denn mobile Kunden haben damit begonnen, das Internet nun auch über ihre Smart Phones mobil zu nutzen, per Mobile App angebotene Services zu testen und bequem im mobilen Internet per Mobiltelefon einzukaufen. Führende Online-Händler haben bereits dazu passende mobile Online-Shops eingerichtet und entsprechende Mobile App Dienste entwickelt.

Der in mobilen Onlineshops verfügbare m-Payment-Mix entspricht heute in Deutschland und in Europa dem e-Payment-Mix – dank der auch im mobilen Internet verwendeten Webtechnologien. Mobiles Bezahlen funktioniert so einfach „wie das Bezahlen im Internet“.

Hinter allen Mobile Payments stehen heute z. B. Kartenzahlungen, ELV, Prepaid-Konto, e-Wallets (z. B. PayPal), Online-Banküberweisung oder auch SMS Payments wie mpass.

Beispiel – Das Mobiltelefon als mobile Handelskasse

Mobile Händler können Smart Phones als mobile Handelskasse nutzen. ConCardis zeigt auf der EuroCIS 2012 seine Mobile Payment App, mit der Händler Kartenzahlungen mobil abwickeln können.

Beispiel – SMS Payment Service mpass

Easycash informiert auf der kommenden EuroCIS über den SMS Payment Service mpass. Nach einmaliger Registrierung bei seinem Mobilfunkunternehmen kann der Nutzer mit Mobilfunknummer und mpassPIN in (mobilen) Onlineshops per mpass SMS bezahlen. mpass Zahlungen werden über ein hinterlegtes Bankkonto abgebucht.

Beispiel – QR Code basiert mobil Bezahlen mit IntelliPay

Der IT Dienstleister Itellium zeigt auf der EuroCIS 2012 die QR-Code basierte Mobile Payment Lösung ItelliPay. Über einen von der Handelskasse gedruckten Kassenbon in QR-Code Form wird z. B. ein ELV Lastschriftverfahren ausgelöst. Der registrierte Nutzer scannt den QR Code mit seinem Mobiltelefon, die ItelliPay App startet automatisch und zeigt den Zahlungsbetrag an. Der für den Service registrierte Nutzer bestätigt die Zahlung mit seinem itellipayPIN. Die ItelliPay App sendet die Zahlungsdaten mit Bestätigung an den Acquirer, der dem Händler die Zahlung bestätigt. Die Abbuchung erfolgt über das hinterlegte Zahlungsmittel (z. B. ELV, Karte oder Bankkonto).

Kontaktlose Mobile NFC Payments an der Kasse

Als nächstes wird in Deutschland – neben kontaktlosen Karten – eine stärkere Einbindung kontaktloser Technologien an und in Mobiltelefonen (z. B. NFC Sticker, QR Code, oder NFC Funktion) erwartet, um mit deren Hilfe vielfältige Mobile Services & Payments an kontaktlosen POS Terminals, Verkaufsautomaten und an Smart Tags verfügbar zu machen und so neue Märkte zu erschließen.

Dazu gibt es europaweit bereits über 200 Mobile NFC Payment Initiativen, die schnelles und sicheres mobiles Bezahlen anbieten. In Deutschland sind dies Touch & Travel der Deutschen Bahn und RMV2go des Rhein-Main-Verkehrsverbunds.

Über einen kontaktlosen NFC Dialog mit einem kontaktlosen Leser an der Handelskasse, an Verkaufsautomaten oder an Smart Postern können dann Kartenzahlungen, ELV, Prepaid-Konto, e-Wallets, Banküberweisung oder SMS Payments ausgeführt werden. Insofern bringt die NFC Technologie die aus dem (mobilen) Internet bekannten Payment Dienste jetzt auch an die Handelskasse.

Ausblick

Immer mehr Konsumenten besitzen internetfähige Smartphone-Mobiltelefone. Um seine mobilen Kunden ansprechen zu können, setzt der Handel zunehmend auf kundenindividuelle Mobile Services.

Aktuelle Trends im Handel sind der Online-Einkauf im mobilen Internet per Mobiltelefon sowie Mobile Services zur Kundenbindung. Mobile-Payment-Dienste werden dabei „wie im Internet“ genutzt.

Die Akzeptanz bei Konsumenten und das Kundenverhalten bei Mobile Services und Mobile Payments orientiert sich an den persönlichen Erfahrungen mit dem Internet. Gerade die junge Generation ist Mobiltelefon-affin und will verstärkt die mobile Welt nutzen.

Smart Poster und kontaktlose Mobiltelefone werden neue Trends im Handel auslösen, sobald – wie von den Herstellern für 2012 angekündigt – NFC-fähige Mobiltelefone in ausreichendem Maße zur Verfügung stehen.

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