Visuelles Marketing im Handel mit moderner Drucktechnik

Quelle: PPS
Interview mit Michael Krieger, Geschäftsführer von PPS Imaging, Hamburg

PPS Imaging produziert und montiert Messe-, Museums- und Ausstellungsgrafiken auf den unterschiedlichsten Materialien und ist mit inzwischen bundesweit sechs Standorten einer der größten Bilddienstleister Deutschlands. Im Ladenbau werden innen und außen großformatige Bilder immer wichtiger. PPS-Geschäftsführer Michael Krieger betont, wie wichtig ein schlüssiges Corporate Design für die Bildsprache ist. Er erwartet, dass sich das zunehmende grüne Bewusstsein des Handels auch auf die Druckaufträge auswirken wird.


Welches war Ihr bislang flächengrößter Druckauftrag?


Eine Mesh-Bannerproduktion sowie Statikplanungen inkl. Montage im Tropical Islands in der Größe von 25 x 10,5 Meter.


Sehen Sie einen Farbtrend bei Ihren Aufträgen im Handel?
Gerade jetzt zur kälteren Jahreszeit sind die kühlen Töne und Farbkombinationen im Trend. Im Großen und Ganzen ist jedoch die Farbgebung saisonal. Im Herbst/ Winter stehen eher die kühleren Töne und im Frühjahr/ Sommer vielmehr die Warmen im Vordergrund.

 
 

Quelle: PPS
Großformatfotos scheinen zurzeit „in“ zu sein auf Fassaden und im Ladenbau. Wie haben sich die Druckkosten entwickelt?

Insgesamt ist diese Branche sehr schnelllebig. Jedes Jahr kommen neue Druckmaschinen auf den Markt, wobei der Investitionsdruck insgesamt sehr hoch ist, was zu einer starken Konsolidierung in der Branche geführt hat. Wir haben aber auch festgestellt, dass der Kunde immer mehr Service und Projektmanagement wünscht. Das gedruckte Bild ist dabei immer die Basis. Der Service rund ums Bild bekommt heutzutage immer mehr Bedeutung.


Welche Motive sind gerade gefragt?

Derzeitig stehen recht naturverbundene Motive im Vordergrund. Aber im Großen und Ganzen kann man das nicht pauschalisieren, das hängt natürlich sehr stark von der Kundenbranche ab.


Wie sieht ein schlüssiges Bildkonzept im Laden aus?

Dafür gibt es kein Pauschalrezept; das hängt hauptsächlich vom Kundenprodukt und den Gegebenheiten im Ladenumfeld ab. Insgesamt muss eine gute Bildkommunikation dem CI sowie dem CD des Kunden angepasst werden. Dabei muss die Bildkommunikation authentisch zur Marke, zum Kunden passen.


Was sagen Kommunalpolitiker und Verbraucher dazu, dass Firmenlogos in immer größeren Formaten auf den Fassaden möglich sind?

Es gibt einige Reglementierungen, wie zum Beispiel in Berlin. Andere Städte hingegen gehen mit dem Thema eher unkompliziert um. Wir erwarten hier jedoch stärkere Reglementierungen in der Zukunft.


Fußboden-Aufkleber können Wege weisen und Aufmerksamkeit wecken. Welche Größen sind möglich?

Grundsätzlich sind auch hier keine Grenzen gesetzt. Die Fußböden der beiden Besprechungsräume in unserer Berliner Niederlassung haben wir sogar komplett verklebt und das kommt immer wieder sehr gut bei den Kunden an. Eine dauerhafte Alternative zu einem soliden Bodenbelag ist die Grafikfläche allerdings nicht. Wenn aber verklebt wird, so ist ein vernünftiger Bodenbelag die Grundvoraussetzung.

 
 

Quelle: PPS
Stoffbahnen, Aluminiumflächen, Folien – fast alles kann man heute bedrucken. Dabei wirken Farben schon auf unterschiedlichen Papieren sehr unterschiedlich. Wie wird das Corporate Design am besten gewahrt?

Die Frage des einheitlichen CD ist keine Frage der unterschiedlichen Trägermaterialien. Auch hier ist zunächst wichtig, eine saubere CD-Strategie zu besitzen und diese dann auf die passenden Anmutungen, die durch die unterschiedlichen Trägermaterialien zustande kommen, anzupassen. Um die Farbgenauigkeit auf der ausgewählten Produktionsmaschine zu gewährleisten, müssen natürlich gewisse Farbprofile beim Druckdienstleister vorinstalliert sein. Ein guter Druckdienstleister findet in der Regel auch immer eine Lösung, das Erscheinungsbild dem CD anzupassen.


„Grün“ wird für den Handel immer wichtiger. Sehen Sie diese Entwicklung auch bei den Druckaufträgen? Gibt es „grüne“ Drucktechnik und wie steht es mit der Entsorgung?

Wir bei PPS sind gerade dabei, unser gesamtes Unternehmen CO₂-neutral aufzustellen. Dies beginnt bei der Verwendung von Öko-Strom bis hin zum Einsatz von Latex-Technologien mit umweltfreundlicher und zertifizierter Tinte und Trägermaterialien.
Dieser Bereich wird für die Druckindustrie zukünftig immer wichtiger. Wir erwarten hier ein zunehmendes Umdenken der Kunden auf ökologische Printprodukte.


Welche Messeneuheit werden Sie den EuroShop-Besuchern präsentieren?

Wir zeigen auf der Euroshop 2011 zum einen die umweltfreundlichen und geruchsneutralen Latexprodukte, aber auch Innovationen, wie das Akustikbild, welches die Umgebungsgeräusche erheblich absorbiert.


Interview: René Schellbach, EuroShop.de