Wandel im Presseeinzelhandel setzt sich fort

07/01/2014

Zur Kalenderwoche 39 / 2013 hat der Pressegroßhandel wieder eine Vollerhebung des deutschen Zeitungs- und Zeitschrifteneinzelhandels durchgeführt.

Die deutschen Pressegroßhändler belieferten zum Erhebungszeitpunkt 115.929 Presseverkaufsstellen. Das waren 2.508 Verkaufsstellen weniger als noch im Vorjahr (-2,1 Prozent). Dies ist ein Ergebnis der vom Bundesverband Presse-Grosso am 19. Dezember 2013 veröffentlichten Einzelhandelsstrukturanalyse (EHASTRA) 2013. Die EHASTRA untersucht jährlich jeweils zur Stichwoche 39 die Marktdaten des deutschen Pressevertriebsmarktes. Erstmalig sind die EHASTRA-Daten nun auch auf der feinräumigen Lokalmarkt- und Lokalmarkt-Clusterebene verfügbar.

"Wie der stationäre Handel insgesamt ist auch der Presseeinzelhandel im Wandel. Die Veränderungen des Medienkonsums wirken sich auch auf den Pressehandel aus. Nach wie vor haben wir jedoch in Deutschland ein einmalig dichtes Verkaufsstellennetz, trotz weiterer Schließungen von Kiosken und dem Rückgang der Verkaufsstellenzahl", erläutert der Sprecher des Arbeitskreises EHASTRA, Claudius Rafflenbeul-Schaub, "die neuen Lokalmärkte und Lokalmarkt-Cluster in der EHASTRA ermöglichen es, Strukturveränderungen zukünftig auch auf mikrogeografischer Ebene noch genauer zu analysieren."

Ein weiter starkes Wachstum erfährt laut EHASTRA 2013 das vom Pressegroßhandel entwickelte ECR-Verfahren der "Verkaufstäglichen Marktbeobachtung am Point of Sale" (VMP). Durch die Analyse der täglich bereit gestellten Kassendaten verbessert der Pressegroßhandel zum Nutzen der Einzelhandelspartner die Marktausschöpfung. Mit jetzt 17.115 Einzelhändlern nutzten 2.391 Händler mehr (Zunahme: 16,2 Prozent) als noch in 2012 die Vorteile von VMP - insgesamt inzwischen 14,8 Prozent aller Presseverkaufsstellen in Deutschland. Sie generieren zusammen 35,9 Prozent des Gesamtumsatzes mit Presse.

Ein weiterer positiver Trend der EHASTRA 2013: Die belieferten Angebotsstellen konnten 2013 ihre Präsentationsqualität mit einer erhöhten durchschnittlichen Präsentationsfläche und qualitativ besseren Regalsystemen erneut verbessern. Die Präsentationsfläche für Presse liegt mit durchschnittlich 21,5 Bordmetern je Einzelhändler (ohne reine Zeitungskunden) über der des Vorjahres (+0,34 Bordmeter). Die durchschnittliche "Sortimentsbreite Zeitschriften" liegt weitgehend stabil bei rund 230 Objekten (-5 Titel). Die rechnerische Maßgröße der Präsentationsfläche je Objekt - der "Schuppungsgrad Zeitschriften" - ist mit 9,4 Zentimetern daher größer als im Vorjahr und erreicht den höchsten Wert innerhalb der vergangenen zehn Jahre. 29.882 presseführende Einzelhändler verfügen über ein Regalsystem mit strukturgebenden Orientierungshilfen (Objektgruppenbeschriftung) und/oder Beleuchtung - damit 2,6 Prozent mehr Händler als noch in 2012.

Laut EHASTRA 2013 ergibt sich ein Rückgang besonders bei den Händlern, die sowohl Zeitungen als auch Zeitschriften im Sortiment anbieten. So werden 2013 noch 93.725 sogenannte ZZ-Kunden (80,9 Prozent aller Presseverkaufsstellen) ausgewiesen, 3.088 Händler weniger als im Vorjahr. Gestiegen ist die Anzahl der "reinen Zeitungskunden" um 631 auf insgesamt 21.603 (18,6 Prozent aller Outlets).

Nach Analyse der Geschäftsartenentwicklung 2013 verzeichnen die Drogeriemärkte mit einer Steigerung um 199 Outlets den größten absoluten Zuwachs, gefolgt von großen Supermärkten (1.000 bis 2.499 qm) mit einem Zuwachs von 99 EH. Die Geschäftsart mit einem überdurchschnittlich hohen Rückgang gegenüber 2012 sind die Presse-Fachgeschäfte - sie weisen einen Rückgang um 368 Verkaufsstellen (-2,7 Prozent) auf 13.510 auf. Es folgen betretbare Kioske (-329 EH bzw. -5,2 Prozent), kleine Lebensmittelmärkte unter 100 qm (-281 Outlets bzw. -8,5 Prozent), Lebensmittelmärkte zwischen 100 und 399 Quadratmeter (-209 EH bzw. -6,2 Prozent) und nicht betretbare Kioske (-195 EH bzw. -7,4 Prozent).

Die EHASTRA 2013 zeigt auch die unterschiedliche Umsatzbedeutung der einzelnen Geschäftsarten. Die Pressefachgeschäfte mit einem Anteil von 11,7 Prozent erwirtschaften 23,1 Prozent des gesamten Umsatzes, die Geschäftsart Supermärkte/LEH erlöst mit einem EH-Anteil von 13,7 Prozent 24,5 Prozent des Umsatzes. Während Bäckereien 24,9 Prozent aller Verkaufsstellen ausmachen, beträgt ihr Umsatzanteil lediglich 7,0 Prozent.

In Bezug auf den Organisationsgrad zeigt sich laut EHASTRA 2013 weiterhin eine zunehmende Filialisierung des presseführenden Einzelhandels. So sind 70.046 Verkaufsstellen (60,4 Prozent) ungebundene, fragmentierte Einzelhändler, 2.696 weniger als noch im Vorjahr 2012. Leicht zugenommen hat die Zahl der gebundenen Großkunden (Anteil 18,4 Prozent) und der filialisierten Regiebetriebe (21,2 Prozent).

Die Betrachtung der Umsatzklassen zeigt im Zehnjahresvergleich eine deutliche Zunahme des EH-Anteils mit einem Wochenumsatz unter 100 Euro (+ 3,9 Prozentpunkte) und eine gleichzeitige Abnahme des Händleranteils mit einem Wochenumsatz ab 500 Euro (- 6,8 Prozentpunkte).

Die Einzelhandelsstrukturanalyse (EHASTRA) vermittelt detaillierte Erkenntnisse über das Einzelhandelsgeschäft mit Zeitungen und Zeitschriften und kann wöchentlich, quartalsweise oder jährlich bezogen werden. Die Vollerhebung des deutschen Zeitschriften- und Zeitungseinzelhandels wird seit 1970 durchgeführt; seit dem Jahre 1999 unter Herausgeberschaft des Bundesverbandes Presse-Grosso. Erstmalig wurden in diesem Jahr Daten auf Basis der Lokalmarkt- und Lokalmarkt--Clusterzugehörigkeit erhoben. Die gemeinsame Grosso-/VDZ-Projektgruppe Vertriebsmarktforschung stellt im Jahr 2014 erste Ergebnisse mit Daten dieser neuen Aggregationsebene vor.

Weitere Informationen zu den Ergebnissen der Jahres-EHASTRA 2013 können beim Bundesverband Presse-Grosso angefragt werden. Kontakt: Lutz Bochskandl, Ressort Marktanalyse, Bundesverband Presse-Grosso, Köln, Telefon: 0221/921337-29, E-Mail: lb@bvpg.de

Quelle: Presse-Grosso Bundesverband Deutscher Buch-, Zeitungs- und Zeitschriften-Grossisten e.V.