Wie die Inhalte auf die Screens kommen

Digital Signage für den Shop

05/04/2016

 
Foto: Bär Schuhe setzt überall im Store digitale Elemente ein; © Bütema

Bär Schuhe setzt überall im Store digitale Elemente ein; © Bütema

Digital Signage-Lösungen für den Shop werden immer beliebter, weil deren Inhalte Kunden informieren, unterhalten und beim Einkauf unterstützen können. Als Blickfänger bieten sie unzählige Möglichkeiten – allerdings nur, wenn die Inhalte gut gewählt sind. Davor haben Einzelhändler noch Respekt – dabei gibt es diverse Content-Management-Lösungen, die sie dabei unterstützen.

Nichts ist schlimmer als ein Screen im Schaufenster oder im Laden, der entweder gar keine oder keine relevanten Inhalte zeigt. "Viele Einzelhändler schrecken noch vor dem Einsatz von Digital Signage-Lösungen zurück, weil sie glauben, dass es sehr kompliziert ist, Inhalte bereitzustellen und zu pflegen", erklärt Sabine Hausauer, von der Bütema AG. Dabei gehe das mit dem richtigen Content Management-System relativ einfach.

Bilder können vom Einzelhändler selbst hochgeladen werden. Über eine Zeitleiste kann er thematisch gebündelte Playlists erstellen und angeben, wann und wie lange die Bilder abgespielt werden sollen. So lässt sich steuern, was beispielsweise während der Öffnungszeiten zu sehen ist und während der Laden geschlossen ist.

Über die Software können Inhalte außerdem direkt mit dem Warenwirtschaftssystem verknüpft werden, innerhalb dessen die dort hinterlegten Produktbilder auch nach Produktkategorien getrennt und auf den Digital Signage-Monitoren abgespielt werden können – natürlich nur die Bilder der Waren, die auch vorrätig sind. "Allein hierdurch entsteht eine Dynamik. Damit können Händler sehr flexibel auf aktuelle Trends oder sogar das Wetter reagieren", ergänzt Hausauer. Außerdem werde die Fläche hierdurch virtuell erweitert, denn es können auch Waren angeboten werden, die nicht im Store erhältlich, aber lieferbar sind.

Foto: Der Herrenausstatter Hirmer in München klotzt mit 45 Screens; © Hirmer

Der Herrenausstatter Hirmer in München klotzt mit 45 Screens; © Hirmer

Im Modebereich sei es eigentlich kein Problem, an genügend Inhalte zu kommen, um die Screens zu füllen. "Jede Marke hat einen Pool an Bildern, der genutzt werden kann – wie beispielsweise Material von Shooting-Kampagnen oder ähnliches", erklärt Hausauer. Inhalte lassen sich für mehrere Filialen auch einer zentralen Stelle aus steuern. Auch wenn die Handhabung des Systems sehr einfach sei, müssen Anwender sich trotzdem Zeit nehmen, um die Inhalte auszuwählen und hochzuladen.

"Bevor eine Marke ins Digital Signage geht, überlegen wir mit dem Kunden zusammen, was Sinn macht." (Sabine Hausauer, Bütema AG)

Der mittelständische Hersteller von Gesundheitsschuhen "Bär Schuhe" wendet seit circa einem Jahr die Software von Bütema für verschiedene Arten und Größen von Monitoren in neun Filialen an. Gerade wurden auch in Braunschweig die Digital Signage-Lösungen installiert. Die Reaktionen der Kunden und vor allem der Mitarbeiter sind positiv: "Die Verkäufer sehen den Vorteil besonders darin, dass beispielsweise nicht mehr ein Poster für ein halbes Jahr im Shop hängt, sondern die Inhalte wechseln", so Hausauer. Das habe gerade im Schaufenster den Vorteil, dass die Dekoration mit den Bildern auf den Screens zusammen eingesetzt werden kann. Denn gerade im Modebereich sei es wichtig, mit dem Visual Merchandising auf Trends schnell reagieren zu können.

Digital Signage XXL – Herrenausstatter Hirmer in München

Natürlich gibt es auch noch Inhalte für Digital Signage-Lösungen der Extra-Klasse. Beim Herrenausstatter Hirmer in München beispielsweise läuft alles etwas größer ab: Zwei riesige Videowalls im Treppenhaus bieten im Zusammenspiel mit der eleganten denkmalgeschützten Treppenanlage einen beeindruckenden Anblick. 45 Bildschirme laufen über fünf Stockwerke und zeigen zum einen Clips von aktuellen Modetrends und Kunstsequenzen, zum anderen Videoaufnahmen, die speziell für dieses 16 Meter hohe Hochkantformat von einer Agentur für Bewegtbild gedreht wurden, wie beispielsweise Luftaufnahmen von München.

Foto: Frau steht vor einem großen Screen und bedient Touch; © viBIZ

Das digitalste "Lagerhaus" bisher in Lambach bei Wels; © viBIZ

Auch bei Hirmer bietet eine Software (in diesem Fall von "sedna presenter") den Marketingmitarbeitern direkt die Möglichkeit, die Inhalte zu steuern. Die 45 Segmente (jeder Monitor wird einzeln von einem Ausgabegerät mit Bildern in Full-HD-Auflösung angesteuert) werden dabei auch als 45 Segmente angezeigt und via Drag & Drop gesteuert.

Natürlich hat nicht jeder Einzelhändler die Ressourcen, um derartig kostspielige und aufwendige Aufnahmen für seinen Shop zu tätigen. Kundenmagnete sind die digitalen Elemente allerdings mit Sicherheit. Erst recht, wenn sie außerdem interaktiv genutzt werden können. Für die Einzelhändler dienen die modernen Shop-Elemente schließlich immer häufiger auch der Verknüpfung ihrer Verkaufskanäle. Kunden können im Shop auch auf Angebote des Online-Shops zugreifen, sich über Warenverfügbarkeit und weitere Produkte informieren, die mit denen im Shop kombinierbar sind.

Im Falle des neuen "Lagerhauses" in Lambach bei Wels in Österreich, das im März eröffnet wurde, zeigt eine interaktive Wand - bestehend aus sechs Screens - Tipps rund um die Themen Landwirtschaft und Garten, die die Kunden individuell abrufen können.  Auch Live-Übertragungen sollen dort stattfinden.

Egal für welche Art der Anwendung, ob minimalistisch oder extragroß – die Inhalte, mit denen die Screens gefüllt werden, müssen immer aktuell und relevant sein. Zahlreiche Software-Lösungen können hierbei helfen. Full-Service-Agenturen bieten zudem vom Einbau der Monitore über die Anbindung der Software bis hin zur Wartung einige Unterstützung.


Autor: Natascha Mörs; EuroShop
Erstveröffentlichung auf iXtenso.com