Hauptinhalt dieser Seite

Sprungmarken zu den verschiedenen Informationsbereichen der Seite:

Sie befinden sich hier: EuroShop. Magazin. News & Business Facts. Artikel beta-web (versteckt). Artikel.

Holz sorgt für besondere Shopping-Erlebnisse

Holz sorgt für besondere Shopping-Erlebnisse

© C. Kerber/Sutterlüty
Wer einen Laden eröffnet, will etwas Besonderes bieten. Auch die großen Ketten wollen sich von anderen Ketten abheben. Man sucht nach eigenen Ladenkonzepten, eröffnet Flagship-Stores mit neuen Ideen. Aber am meisten kann man auffallen mit besonderer Architektur, denn das Gebäude ist mehr als eine Hülle fürs Verkaufen. Bauen mit Holz ist etwas Besonderes – zumindest in Deutschland. Die Alpenländer sind hier schon viel weiter. Wir werfen einen Blick nach Österreich.


Holz ist ein nachwachsender Rohstoff, der gut ins grüne Image passt. Holz schafft aber auch eine behagliche Atmosphäre. Und mit moderner Technik kann Holz viel mehr als viele Leute denken. Was technisch möglich ist, zeigt das neue Shopping-Center „G3“, das gerade in Gerasdorf, nördlich von Wien gebaut wird (www.g3-shopping.at). Die Macher sprechen von „Shopping Resort“. Thomas Jakoubek, Geschäftsführer der Bauträger Austria Immobilien: „Wir sind bestrebt, die Assoziationen, die man mit dem Begriff ‚Resort’ verbindet, auf den Shoppingbereich zu übertragen. Die Besucher sollen sich als Gäste und nicht bloß als Kunden verstehen.“

G3: Shopping in einem Resort

Wie eine riesige Welle liegt das geschwungene Holzdach auf dem flachen Gebäude, in das viel Sonnenlicht hereinkommen soll. Rund 180 Läden werden auf 70.000 Quadratmetern Verkaufsfläche zur Verfügung stehen, wenn das „G3 Shopping Resort Gerasdorf“ im Herbst 2012 seine Tore öffnet. „G3“ steht für Gerasdorf und die drei Gebäude, aus denen der Komplex besteht – Einkaufszentrum für Lebensmittel, Fachmarktzentrum und Hornbach Bau- und Gartenmarkt. Darüber hinaus liegt G3 am Schnittpunkt dreier wichtiger Verkehrsachsen, der Schnellstraße S1, der Autobahn A5 und der Bundesstraße B7. Die Planer gehen von einem Einzugsgebiet von zwei Millionen Menschen aus. Und für Besucher aus Tschechien ist es das erste Einkaufszentrum auf dem Weg nach Wien.

 
 
Quelle: ATP Architekten und Ingenieure
Im Herbst 2012 soll das G3 Shopping Resort in Gerasdorf eröffnet werden. Schon im Rohbau sieht man die prägende Holz-Architektur.
Quelle: ATP Architekten und Ingenieure
Im Herbst 2012 soll das G3 Shopping Resort in Gerasdorf eröffnet werden. Schon im Rohbau sieht man die prägende Holz-Architektur.
Quelle: ATP Architekten und Ingenieure
G3 Shopping Resort im Rohbau.
Quelle: ATP Architekten und Ingenieure
G3 Shopping Resort im Rohbau.
Quelle: ATP Architekten und Ingenieure
Visualisierung: Im Herbst 2012 soll das G3 Shopping Resort in Gerasdorf eröffnet werden.
Quelle: ATP Architekten und Ingenieure
Visualisierung: Im Herbst 2012 soll das G3 Shopping Resort in Gerasdorf eröffnet werden.
Quelle: C. Kerber/Sutterlüty
Architekt Hermann Kaufmann aus Schwarzach setzte gegen die üblichen „ganz banalen Kisten“ für Sutterlüty in Hohenems einen unverwechselbaren Bau mit rau gesägter Holzfassade.
Quelle: C. Kerber/Sutterlüty
Architekt Hermann Kaufmann aus Schwarzach setzte gegen die üblichen „ganz banalen Kisten“ für Sutterlüty in Hohenems einen unverwechselbaren Bau mit rau gesägter Holzfassade.
Quelle: tegut
Holz-Architektetur in Deutschland: Seit 2004 gibt es den tegut-Markt in Wiesbaden-Schierstein.
Quelle: tegut
Holz-Architektetur in Deutschland: Seit 2004 gibt es den tegut-Markt in Wiesbaden-Schierstein.
Quelle: Karin Lohberger
Das Shopping-Center Varena wurde geplant von ATP Architekten und Ingenieure, Innsbruck. Die Holzleimbinder für die Deckenkonstruktion sind bis zu 25 Meter lang. Betreiber ist Spar European Shopping. SES gehört zu Spar Österreich. Deren Eurospar-Supermarkt sorgt für viel Kundenfrequenz in Vöcklabruck.
Quelle: Karin Lohberger
Das Shopping-Center Varena wurde geplant von ATP Architekten und Ingenieure, Innsbruck. Die Holzleimbinder für die Deckenkonstruktion sind bis zu 25 Meter lang. Betreiber ist Spar European Shopping. SES gehört zu Spar Österreich. Deren Eurospar-Supermarkt sorgt für viel Kundenfrequenz in Vöcklabruck.
 

Mit Superlativen wartet das Center bereits vor seiner Eröffnung auf: Es ist mit rund 750 Meter Länge, 140 Meter Breite und bis zu 22 Meter Höhe und seinen 60.000 Quadratmetern Dachfläche aus Holz das größte in einer Bauphase errichtete Einkaufszentrum Österreichs. Es ist auch das bislang größte, das eine Umweltverträglichkeitsprüfung durchlaufen hat. Bereits in der Planungsphase wurde auf Feng Shui-Regeln geachtet.

Neben internationalen Marken und einem bunten Branchenmix der Marktführer Österreichs sollen regionale Angebote das Shopping Resort auch zu einem „Marktplatz der Region“ machen. Mode wird einen Schwerpunkt im Angebot von G3 bilden. Zu den Mietern gehören Merkur, Intersport Österreich, C&A, H&M, Esprit und s.Oliver.

Vöcklabruck: „Das bunte Shopping-Erlebnis"

Das G3 hat Vorbilder in Österreich. In Vöcklabruck wurde im August 2010 das Einkaufszentrum Varena eröffnet, konzipiert vom gleichen Bauträger ATP Architekten und Ingenieure, Innsbruck. Auf 32.000 Quadratmetern und zwei Verkaufsebenen stehen dem Einzugsgebiet zwischen Salzburg und Linz 80 Läden sowie Gastronomie und Dienstleistungsbetriebe zur Verfügung. 82 Millionen Euro hat der Betreiber SES in den Standort investiert. Für den Betrieb nutzt man erneuerbare Energien, die CO2-Emissionen sollen um bis zu 40 Prozent unter vergleichbaren Projekten liegen.

Mittelpunkt des Centers ist nicht die übliche Mall, sondern ein 2.000 Quadratmeter großer Platz. Eine elegante, lang gestreckte Treppe mit 36 Stufen und zwei großen Plattformen verbindet die Shop-Ebenen. Die Treppe ist als sozialer Treffpunkt inmitten der Einkaufswelt konzipiert und kann bei Veranstaltungen bespielt werden. Dann können die hochwertige Beschallungsanlage und Bühnenbeleuchtung den Platz auch in einen Konzertsaal verwandeln.

Über die Varena spannt sich ein weiß bedrucktes Glasdach, das von 600 Holzleimbindern mit einer Spannweite von bis zu 25 Metern getragen wird. Leichte lichtdurchlässige Wolkendecken aus Aluminium verstärken die Anmutung eines ganzjährigen Sommerhimmels. Die Vielfalt des Centers trägt die Fassade mit einer Vielzahl an Farben nach außen. An der Eingangsseite sind entlang der Gebäudefront zehn 13 Meter hohe Lichtstelen in farbigem Plexiglas verkleidet. Die glänzenden, bunten Masten tauchen die Fassade mittels LEDs nachts in Licht mit fünf variablen Farben und sind von der Bundesstraße aus nicht zu übersehen.

 
 

© Humanic
Bereits vor der Eröffnung war das Center zu 100 Prozent vermietet. Humanic ist mit seinem Flagship-Store auf 600 Quadratmetern vertreten. Moderner und größer präsentiert sich auch Interspar als Ursprung und Magnetbetrieb des neuen Einkaufszentrums. Weitere große Mieter: Media-Markt (3.500 Quadratmeter) New Yorker (fast 1.500 Quadratmetern auf zwei Ebenen) und der österreichische Textilhändler Kastner & Öhler mit einer zweigeschossigen Filiale auf 2.500 Quadratmetern.

Sutterlüty: Bauen für die Region

Aus Vorarlberg kommt Sutterlüty. Die 1952 gegründete Firma aus Egg bei Bregenz ist im Lebensmitteleinzelhandel und in der Gastronomie aktiv. In den Filialen werden überwiegend Produkte aus Vorarlberg angeboten. Wo man selbst neu baut, gilt das Motto „In der Region für die Region“ auch für die Architektur, die von heimischen Architekten und Handwerkern mit lokalem Holz realisiert wird. Prototyp war ein Markt der 2002 in Weiler errichtet wurde. Damit will Sutterlüty den großen, anonymen Ketten trotzen.

 
 

©  C. Kerber/Sutterlüty
Mit dem neuen Einkaufszentrum in Hohenems setzt Sutterlüty seinen Wandel vom klassischen Handelsbetrieb zum Projektentwickler und Immobilienbetreiber fort. Dort befindet sich nicht nur der „Lebensmittelmarkt mit dem weltgrößten Regionalsortiment“. Im Südteil des Erdgeschosses und dem gesamten Obergeschoss ist Intersport eybl, Österreichs größter Intersport-Händler. Dazwischen liegt das Restaurant „Gusto“ mit 100 Sitzplätzen, dessen Terrasse über den Bach herausragt. Unter den 3.500 Quadratmetern Verkaufsfläche gibt es eine Tiefgarage mit 115 Stellplätzen.

In exponierter Lage am Ortseingang errichtete Sutterlüty ein Holzgebäude, dessen unregelmäßige Geometrie sich der Form des Grundstücks anpasst. Wände und Dach sind aus hochwärmegedämmten, vorgefertigten Holzelementen. Die sichtbare Dachkonstruktion aus naturbelassenem Holz verleiht dem Innenraum eine freundliche Atmosphäre. Die Fassade aus sägerauen Fichtenlamellen wird durch Vor- und Rücksprünge aufgelockert.

Der Energiekonsum wird nach Unternehmensangaben durch moderner Heizungs-, Lüftungs-, Beleuchtungs-, Klima- und Kältetechnik um fast die Hälfte reduziert. Dabei machen 110 Erdsonden den Einsatz fossiler Brennstoffe überflüssig. Die Sonden holen Erdwärme aus 35 Metern Tiefe herauf. Mit dem Gebäude gewann Sutterlüty den „Holzbaupreis 2011“ des Landes Vorarlberg.

Deutschland: tegut in Wiesbaden

Auch in Deutschland wächst langsam das Bewusstsein für besondere Architektur, die auch ökologisch sein soll. Das in Berlin haben wir bereits vorgestellt. Green Building von Rewe Auch hier gibt es eine Holzarchitektur, die viel Licht in den Supermarkt lässt. Ein paar Jahre älter ist der Supermarkt von tegut im Wiesbadener Stadtteil Schierstein.

 
 

©  tegut
Das 2004 errichtete Holzgebäude erinnert an eine Markthalle. Tegut mit seinem großen Biosortiment und einer Selbstverpflichtung zu nachhaltigem Wirtschaften bietet auf 1.600 Quadratmetern unter anderem eine Frischfischtheke, viele frische Salate, Feinkost und eine große Obst- und Gemüseabteilung. Mieter neben tegut ist der Rewe-Discounter Penny mit 800 Quadratmetern Verkaufsfläche.

Andrea Rehnert, Pressesprecherin bei tegut, weist auf das besondere Ambiente hin, das die Holzarchitektur dem Laden verleiht. Sie kann jedoch nicht beziffern, wie sich dies auf das Kaufverhalten der Kundschaft auswirkt. Es gebe aber viele treue Kunden. Die Unterhaltungskosten lägen im Rahmen des Üblichen, nur ein neuer Anstrich für das Holz im Außenbereich sei bislang nötig gewesen. Und man musste die Vorsprünge an der Fassade gegen Tauben sichern.

Nicht immer sind neue tegut-Märkte architektonische Meisterleistungen. So haben die Fuldaer 2010 von Tengelmann 20 Filialen im Rhein-Main-Gebiet übernommen, im Erdgeschoss von Bestandsgebäuden oder freistehend, allesamt jedoch nicht außergewöhnlich. Im Oktober in Mühlheim am Main und nächstes Jahr in Marburg soll es laut Rehnert aber neue Glanzlichter geben. Man darf gespannt sein, welche Rolle der Baustoff Holz dabei spielt.

René Schellbach, EuroShop.de

01.07.2012

 
 
 
 

Mehr Informationen

News aus der Branche

Dossiers