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Monumentale Grundlagenforschung

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Monumentale Grundlagenforschung

17.04.2008

Nico Ueberholz und André Füsser schaffen für die Euroshop 2008
einen Raum zur Demonstration erinnerbarer Kommunikation



Als Aufsehen erregenden Beitrag zur Grundlagenforschung in der temporären Architektur hat Nico Ueberholz gemeinsam mit André Füsser den Auftritt seines Wuppertaler Unternehmens bei der Euroshop 2008 gestaltet: Die Messe-Designer rücken einen sechs Tonnen schweren, fünf Meter hohen und einmal der Länge nach gespaltenen Monolithen aus Kalksandstein in den Mittelpunkt des Standes, der als Experimentierfeld für erinnerbare Kommunikation konzipiert ist. Die Eigenpräsentation unter dem Titel "EinKlang" schafft mit einer außergewöhnlichen Inszenierung im Spannungsfeld zwischen Architektur, Licht und Ton eine Gesprächsumgebung, bei der sich Besucher zwangsläufig fragen müssen: „Wer ist das?“ und „Was machen die da“?


Die Suche nach den Antworten führt in einen 6 mal 8 Meter großen Stand, auf dem sich beide Hälften des gespaltenen Steins als Symbol für die Urform der Kommunikation gegenüberstehen. Um das zugleich einer überdimensionalen natürlichen Stimmgabel ähnelnde Gebilde gruppieren sich vier kleinere „Klangsteine“. Sie alle sind nicht nur 100 Millionen Jahre alte Monumente des Unvergänglichen als bewusst gewählter Kontrast zur kurzlebigen Messewelt, sondern werden für die Besucher auch zum Musikinstrument: Mit bereit liegenden Hämmern lassen sich den Steinen durch Klopfen und Streichen archaische Töne entlocken, über die man sich auf auf spielerische Weise miteinander verständigen kann. Das Ueberholz-Team greift damit die älteste Form der non-verbalen Kommunikation auf: die Musik!

Musik als Ursprache der Gefühle


„Unser Stand lädt auf diese Weise dazu ein, sich über alle Sprach- und Kulturgrenzen hinweg miteinander zu verständigen“, erklären Nico Ueberholz und André Füsser die Grund-Idee. Musik sehen sie dabei als eine universell verständliche „Ursprache der Gefühle“, die lange vor den ersten artikulierten Worten existierte, in jedem Menschen Erinnerungen wachruft und nicht nur im sprichwörtlichen Sinne unter die Haut geht. Zumal, wenn sie in so archaischer Form aus Klangsteinen erwächst und sich darüber hinaus auch visuell auf einer 6 mal 6 Meter großen LED-Wand an der Rückseite des Standes abbildet, die über die erzeugten Töne angesteuert wird.

Logistische und technische Herausforderung


Für diese Installation hat das Ueberholz-Team einen erheblichen logistischen und technischen Aufwand getrieben. Der begann schon mit der Suche nach dem geeigneten Stein - und nach einer Antwort auf die Frage, ob ein fünf Meter hoher Monolith überhaupt klingen kann. Fündig wurden die Messe-Designer in jenen westfälischen Steinbrüchen, in denen man seit dem Mittelalter den berühmten „Anröchter Stein“ abbaut. Diese durch Ablagerungen am Grund des Urmeeres entstandenen Kalksandsteine erwiesen sich klanglich – übrigens auch zur Überraschung ihrer Besitzer – und bei der Bearbeitung als in jeder Hinsicht ideal für das Projekt. Wenn auch nicht für den Transport nach Düsseldorf, der angesichts der tonnenschweren Last zu einer außergewöhnlichen Herausforderung wurde...









„Insta“ und „Scenario“ als Partner

Bei der anspruchsvollen Realisierung des Stand-Designs nutzte die Ueberholz GmbH das Know-how ihrer Partner „Insta“ - Spezialist für LED-Wände – und „Scenario“, Experten für komplexe Licht- und Klangkonzepte. Sie sorgten für die Ausstattung der Steine mit versteckten Trigger-Mikrophonen, die den Klang direkt abnehmen und an eingebaute Decken-Lautsprecher übermitteln. Die dabei entstehenden Signale dienen gleichzeitig der Steuerung der LED-Wand und im Boden eingebauter LED-Leisten. Eine in dieser Form erstmals umgesetzte atmosphärische Gesamtkonzeption, die geballt auf den Besucher wirken und für unverwechselbare Eindrücke sorgen soll.

Der Weg der non-verbale Kommunikation über die Klangsteine führt fast zwangsläufig (und darum geht es ja) zur verbalen Kommunikation mit den Standbetreibern: Im „EinKlang“ trifft man sich dazu an unaufdringlich in das Ensemble integrierten Besprechungsplätzen. Konkrete Ueberholz-Projekte werden dagegen auf Monitoren an der Außenwand des Standes präsentiert, um die atmosphärische Wirkung des Innenraums nicht zu beeinträchtigen.

Steinklang und Tanz im „EinKlang“


Damit die urtümliche Musik ihre Macht voll ausspielen kann, stellen Uerberholz und Füsser den Standbesuchern übrigens einen „Inspirator“ in Gestalt des Percussionisten Olaf Pyras an die Seite. Der Experimental-Tonkünstler hat unter anderem das Eröffnungskonzert der „documenta 2007“ gestaltet und will auf der Euroshop zusammen mit dem Messepublikum die Möglichkeiten der Klangsteine ausloten. Dabei betritt er übrigens kein Neuland: Pyras gehört zu den wenigen Menschen, die sich bereits kreativ der Herausforderung gestellt haben, auf und mit Steinen Musik zu machen. Es liegt daher nahe, dass der Ueberholz-Stand unter seiner Mitwirkung darüber hinaus auch zur Bühne wird: Und zwar, wenn die Tänzerin Nusara Mai-ngarm aus der Pina-Bausch-Stadt Wuppertal speziell auf der Messe entstandene Stein-Kompositionen von Olaf Pyras in eine spontane Performance umsetzt.

Architektur-Disziplinen intuitiv verknüpft


Der große Aufwand ist dabei kein Selbstzweck: „Wir wollen, dass die Besucher das unmittelbar Erlebte im Kopf und im Herz nach Hause tragen“, unterstreichen Ueberholz und Füsser die Konzept-Idee. Sie führe exemplarisch vor, wie zu bewerbende Produkte und Dienstleistungen in einen für den Kunden jederzeit erinnerbaren Zusammenhang gerückt werden können, wenn die Einzeldisziplinen der Messearchitektur intuitiv verknüpft werden. Insoweit darf man hier also – siehe oben - durchaus von Grundlagenforschung im Bereich der temporären Architektur sprechen. Wie es sich für ein qualifiziertes Experiment gehört, wird der „Versuchsablauf“ auch in bewegten Bildern festgehalten. Der Dokumentarfilmer Frank Niermann begleitet den Messe-Auftritt und hält Reaktionen der Besucher sowie Geschichten und Ereignisse fest, die sich rund um die Klangsteine abspielen.

„Wir bauen Kommunikation!“


Das Ueberholz-Team sieht den Stand-Entwurf abseits des experimentellen Charakters zudem auch als ganz konkreten Design-Vorschlag für innovativen Ladenbau. Denn im Shopping-Umfeld greifen letztlich die gleichen Prinzipien wie im Messegeschäft. André Füsser: „Wer die assoziativen Fähigkeiten des Kunden anspricht, lockt zwischen den Zeilen, aber umso erfolgreicher.“ Schon auf der Euroshop 2006 hatte Ueberholz dieses Prinzip genutzt, um die sich selbst gestellte Aufgabe "Wir bauen Atmosphäre" zu lösen. Ergebnis war eine mit viel Beifall bedachte Stand-Architektur, die sich um einen 500 Jahre alten Olivenbaum rankte. Mit dieser Eigenpräsentation gewann man unter anderem als erstes deutsches Unternehmen den „Edge Award“ des amerikanischen „Exhibitor Magzine“. 2008 geht Ueberholz mit "EinKlang" noch einen grundlegenden Schritt weiter Der Anspruch lautet jetzt: "Wir bauen Kommunikation!"

 
 

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