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Grün ist „in“ – Architektur und Ladenbau für frische Produkte

Grün ist „in“ – Architektur und Ladenbau für frische Produkte

Quelle: Rewe
Grüne Produkte gibt es mittlerweile nicht nur im kleinen Bioladen, sondern auch beim Discounter. Grün ist ein Trendthema im LEH. Das zeigt sich etwa im Ladenbau. Die Besucher sollen sich fühlen wie auf dem Wochenmarkt mit seinen frischen Produkten. Grün soll aber auch das Gebäude selbst sein. Energie sparen und natürliche Baumaterialien gewinnen an Bedeutung.

Supermärkte sind große Energieverbraucher. Allein der Anteil von Kühl- und Gefriermöbeln liegt bei 40 bis 60 Prozent. Energie – das sind Kosten, das ist aber auch eine Belastung für die Umwelt. Verbraucher achten immer mehr auf grüne Argumente. Auch der Einzelhandelsverband HDE hat den Trend erkannt und zeichnete im Februar den CO2-neutralen Supermarkt von Rewe in Berlin in der Kategorie Food als „Shop of the year 2010“ aus. Der über 1.800 Quadratmeter große Rewe-Markt wurde im November 2009 eröffnet. Er verbraucht im Vergleich zu einem Standardbau beinahe 50 Prozent weniger Energie. Das von Rewe als „Green Building“ bezeichnete Gebäude verfügt über eine Tageslichtarchitektur, die mit energiesparenden Bautechniken, bester Dämmung, nachhaltigen Materialien und dem Einsatz regenerativer Energien kombiniert wird.

Ähnliche Wege gehen auch einige Edeka-Kaufleute. Am 24. März wurde der Edeka Aktiv-Markt in Untergrombach bei Bruchsal eröffnet. Bei dem Markt mit 1437 Quadratmetern Verkaufsfläche legte Inhaber Christoph Dörner viel Wert auf eine klimafreundliche Planung. Die Klimatisierung übernimmt eine innovative Geothermieanlage. Durch eine Wärmepumpe wird die aus dem Produktionsprozess der Kühltruhen und Kühlregale gewonnene „Abfallwärme“ im Winter zur Beheizung des Marktes genutzt. Im Sommer kühlt die Geothermieanlage den Markt und soll so für angenehme Temperaturen sorgen. Gleichzeitig unterstützt sie die Kälteanlage, indem sie die Abwärme aus dem Produktionsprozess kühlt. Das verbessert die Kälteleistung der Anlage und reduziert den Energieverbrauch.

Die CO2-Kältekomplettanlage ist energieeffizient, weil sie gegenüber herkömmlichen Anlagen einen geringeren Stromverbrauch aufweist. Des Weiteren ist sie emissionsfrei, da das umweltfreundliche Kältemittel CO2 verwendet wird. Die Kälteanlage ist mit modernster Regel- und Steuertechnik ausgestattet, auch die Tiefkühlmöbel mit Glasschiebedeckel sparen Energie ein. Im Interview forderte Prof. Michael Kauffeld von der Hochschule Karlsruhe, der Handel solle zum Schutz des Weltklimas verstärkt auf Kohlendioxid als Kältemittel setzen.

Marktatmosphäre und Bioprodukte

Kunden handeln heutzutage offener und spontaner als früher, viele kommen ohne Einkaufszettel. Mit einem stimmigen Ladendesign will der Handel die Verbraucher positiv in ihrer Kaufentscheidung bestärken. Mit Tisch, Kiste und Weidenkorb geht der Trend hin zum Echten und Authentischen. Wurde früher noch durch Spiegel am Gemüse mehr Warendruck erzeugt, setzen Supermärkte heute auf wirkliche Masse. Es sieht aus wie auf dem Marktplatz.

Die holländische Trendforscherin Li Edelkoort erkennt in ihrem Buch „The Bible of Well Being“ die ersten Anzeichen dafür, dass Menschen stärker den Wunsch nach sinnlichem Wohlbefinden in allen Lebensbereichen in den Fokus rücken werden. Verbraucher wollen vor allem Nähe, Vertrautheit und regionale Besonderheiten. Auf diesen Trend setzen bereits die Bio-Supermärkte. Mitten im Herzen der Altstadt von München eröffnete Daylesford Organic am 19. November 2009 seinen ersten Store in Deutschland – auf 180 Quadratmetern in einem Gebäude von 1278, dem zweitältesten in der Landeshauptstadt. Der Laden setzt auf natürliches, schlichtes Ambiente. Antikes Mobiliar und organische, ursprüngliche Materialien sollen die behagliche Atmosphäre eines ländlichen Farm-Shops vermitteln.

Gegründet wurde das Unternehmen vor mehr als 20 Jahren im britischen Staffordshire von einem Biobauern. Die frischen Produkte der neuen Münchner Filiale kommen unmittelbar aus dem Umland. Man kooperiert mit der Bio-Bäckerei Glonntaler Backkultur und den Hermannsdorfer Landwerkstätten.
Daylesford will umweltschädliche Verpackungen vermeiden, indem man neue Formen biologisch abbaubarer Verpackungen entwickelt. So wird die Yoghurtdrink-Verpackung ohne Kohlendioxid produziert; sie wird hauptsächlich aus Kalk hergestellt. Kunden bekommen statt Plastiktüten „bags for life“ aus biologischer Baumwolle. Daylesford verkauft nicht nur Lebensmittel, man hat auch altes Kunsthandwerk im Sortiment. Der Laden wird ergänzt durch eine „Eatery“ im Obergeschoss mit Frühstück, Business-Lunch und Samstags-Brunch. Die historischen Räumlichkeiten in der Ledererstraße 3 werden abends auch für Geschäftsessen oder private Feiern angeboten.

München ist in Sachen Bio-Supermarkt heiß umkämpft. Die Supermarktkette Basic mit Zentrale in der Landeshauptstadt hat im März 2009 in München bereits den sieben Markt eröffnet. Die Märkte sollen anders sein als die anderen: lebendig, farbenfroh und modern. Basic will Bio in die Großstadt bringen, dorthin wo viele Menschen leben und arbeiten. Auch beim neuen Münchner Markt hat Basic verwirklicht, was die Firma als ihre Kernkompetenzen bezeichnet – großzügige Bedientheken für Fleisch, Wurst, Käse und im Brot-Backwarenbereich sowie ein begehbares Obst- und Gemüsekühlhaus. Über 800 Artikel, also zehn Prozent des Gesamtsortiments in den Münchner Märkten, kommen von regionalen Lieferanten.

Fazit: Glaubwürdigkeit wächst langsam

Diese aktuellen Beispiele machen eines deutlich: Wer sich vom Wettbewerb abheben will, für den ist es nicht mehr damit getan, ein paar Bioprodukte ins Regal zu stellen. Gefragt sind ganzheitliche Konzepte, bei denen man dem Verbraucher zeigt, dass grüne Werte als Maßstab gelten – beim Gebäude, beim Energiemanagement und beim Ladendesign. Die Öffentlichkeit ist jedoch sehr kritisch gegenüber vermeintlichen Bio-Etiketten. Grünes Bewusstsein muss mit Leben gefüllt werden. Das Vertrauen der Verbraucher wächst nur langsam und ist schnell ruiniert.

René Schellbach
EuroShop.de

 
 
 

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