My very personal EuroShop experience

Die "Tour of EuroShop" war mit 233 km in ca. 11 Stunden reiner Fahrzeit erfolgreich. Getreu nach dem Motto: die EuroShop bewegt sich!

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On the road for EuroShop














Die Story

Tour of EuroShop

Sunshine

Reisenotizen: Startphase

Und so nahte die erste Radl-Etappe Düsseldorf-Eindhoven am 20. November 2016. Der Wetterbericht wurde vorher akribisch studiert und möglichst wohlwollend interpretiert, was allerdings kurz vor Abreise kaum noch möglich war – selbst für Optimisten wie mich. Sturmwarnung mit schweren Orkanböen! Ergiebige Regefälle im Westen dank des Tiefs Nannette. Grund zur Freude gab’s doch: die Temperaturen waren zweistellig, anderenfalls hätten Ende November die vielen Niederschläge auch durchaus in einem anderen Aggregatzustand fallen können.

Reisenotizen: Tag 1

20. November: 8.44 Uhr pedalierte ich los, zunächst von Rückenwind getragen. Nach 3 km kam der Wind spürbar mehr von vorne und ergiebiger Regen stellten sich ein. Na super!

Über die stylische EuroShop-Jacke wurde flächendeckend und völlig fashion-entfernt Plastik über alle möglichen Körperteile in Form von Regenjacke, -hose, -haube und -schuhüberzieher gezogen. Nach einer guten Stunde hörte die nasse Druck-Bestrahlung von der Seite auf.

Laune war immer noch gut, auch wenn das Wasser mittlerweile aus den Schuhen tropfte. Egal, weiter ging´s. Als ich die niederländische Grenze überquerte, durchfuhr mich ein Glücksgefühl, da ein erster spürbarer Abschnitt geschafft war und ein paar Sonnenstrahlen mich im Land der perfekten Radfahrwege begrüßten. Betrüblicherweise hatte das Wegblieben des Regens ein weiteres Auffrischen des Windes zur Folge (ich dachte nicht, dass das überhaupt noch möglich war).

Der Wind, Sturm, Orkan - gefühlt aus allen Richtungen - wehte mir entgegen. Jetzt war mein Ehrgeiz gepackt. Die mitleidigen Blicke der Autofahrer ignorierend strampelte ich tapfer weiter Richtung Westen.
Zwischen Venlo und Eindhoven war der Wind zuweilen so garstig, dass er mich stellenweise zum Absteigen zwang, um eine ungewollte Richtungsänderung seitlich Richtung Kanal (und die sind in Holland überall) zu vermeiden.

Und so radelte ich am Nachmittag gegen 15.30 Uhr durchgepustet, aber stolz wie Oskar nach 120 Km in Eindhoven ein.

Reisenotizen: Tag 2

21. November: 8:30 Uhr Beim morgendlichen Auschecken aus dem Hotel (mein Schmutz-verkrustetes Rennrad war natürlich immer dabei, die Rennradfahrer unter euch werden das verstehen), bemerkte ich plötzlich panisch einen ziemlich weichen Vorderreifen. Sollten die unzähligen Äste auf den Straßen und Wegen gestern einen Schaden am Schlauch angerichtet haben? Natürlich hatte ich als geborener Optimist meine Standpumpe nicht dabei.

Die Bike Stores im Umfeld hatten alle noch zu und avisierten ihren Service nicht vor 12 Uhr mittags. So musste ich mit meiner „Komfort-Bereifung“ auf die Piste gehen. Uli als perfekter Organisator und Fahrer des Service Car hatte natürlich auf meiner geplanten Route ca. 20 km nach dem Start ein „Fiets Specialist“ lokalisiert, den ich dann auch angesteuert habe. Eine hilfsbereite Dame hat mir wortlos, aber fachmännisch zu meinem „air refill“ verholfen. Und weiter ging es mit der neuen sportlichen Bereifung.

Ein deutlich wenig windiger Tag, allerdings mit einer kompletten Abstinenz der Sonne, hat mich so durch unzählige kleine holländische Orte und Städte weiter geführt. Gewächshäuser, Weiden, Felder, Deiche und Kühe bestimmten den Anblick. Manchmal ging‘s kilometerlang schnurgerade an einer Schnellstraßen entlang, aber immer auf perfekt ausgebauten, zuweilen mehrspurigen Radwegen mit eigener Ampelanlage. Der Belag war meist gut, von der modrigen Blätterschicht mal abgesehen, die nicht nur unschön anzusehen war, sondern auch glatt wie Schmierseife war.

Kurven wurden also mit äußerster Vorsicht genommen. Nach ca. 65 km hat mein Begleitservice mich zu einem Boxen-Stopp verdonnert. Ein heißer Tee (der bei mittlerweile 14 Grad gar nicht Not tat) und ein trockenes Pizzabrot waren der Stoff, der mich die weiteren Kilometer bis nach Rotterdam trugen. Einige weniger schöne Teil-Stücke mit hervorragender Sicht auf die Autobahn waren zu bewältigen, aber das nahende Ziel machte alles wieder wett und setzte ungeahnte Kräfte frei. Nach genau 113 km tauchte der Zielpunkt im Zentrum Rotterdams vor mir auf und die selbst auferlegte „Tour of EuroShop“ war mit 233 km in ca. 11 Stunden reiner Fahrzeit sturzfrei, mit viel Spaß und wenig Muskelkater erfolgreich gefahren, getreu nach dem Motto: die EuroShop bewegt sich!