13.11.2025
Volatilität ist für den Einzelhandel kein Fremdwort. Angesichts der nach wie vor instabilen Weltwirtschaftslage müssen sich die Einzelhändler wieder einmal an die veränderten Marktbedingungen und das sich wandelnde Kundenverhalten anpassen. Dies ist in einer Branche, in der die Auswirkungen eines Abschwungs zuerst und am stärksten zu spüren sind, nie einfach.
Vor allem der Convenience-Einzelhandel ist von den Veränderungen stark betroffen. Steigende Energiekosten, ein verändertes Verbraucherverhalten und neue gesetzliche Vorschriften stellen die Betreiber von Geschäften auf eine nie dagewesene Probe. Gleichzeitig haben diese kleineren Läden oft die gleichen hohen Fixkosten wie größere Einzelhändler - insbesondere Mietverträge, Logistik und vor allem die Ausstattung. Dies sind Verpflichtungen, die nicht von heute auf morgen abgeschaltet werden können, so dass in schwierigen Zeiten wenig Flexibilität bleibt.
Für viele Betreiber war das Eigentum traditionell der sicherste Weg. Doch heute kann das Eigentum genau das sein, was den Lebensmitteleinzelhandel bremst.
Kurze Mietverträge, lange Verbindlichkeiten
Die Mietverträge für die Läden werden zwar immer kürzer, aber Kühlsysteme, Regale und andere wichtige Anlagen werden nach wie vor direkt gekauft und in der Bilanz verbucht. Wenn ein Geschäft schließt oder umzieht, bleiben die Einzelhändler oft mit teurer Ausrüstung zurück, die nicht mehr zum neuen Format passt. Vor allem die dezentrale Kühlung birgt versteckte Risiken: Die Installation von Leitungen und Anlagenräumen ist teuer, und noch teurer ist es, sie zu entfernen, wobei oft unbrauchbare Infrastruktur zurückbleibt.
Hohe Energie- und Modernisierungskosten
Energierechnungen sind einer der größten Druckfaktoren, mit denen Einzelhändler heute konfrontiert sind, insbesondere solche mit älteren Geschäften. Laut Star Refrigeration trägt die Kältetechnik wesentlich zu den Betriebskosten in Lebensmittelgeschäften bei und ist für etwa 60 Prozent der gesamten Lebenszykluskosten durch den Energieverbrauch verantwortlich, weitere 20 Prozent entfallen auf die Wartung.
Die neuesten Kältesysteme können erhebliche Effizienzsteigerungen bewirken, aber die für eine Aufrüstung erforderlichen Investitionskosten sind oft unerschwinglich. Dies führt dazu, dass viele Einzelhändler in einer Zeit, in der die Gewinnspannen bereits unter Druck stehen, mit ineffizienten, kostspieligen Anlagen arbeiten.
Was ist die Lösung?
Equipment-as-a-Service (EaaS) bietet einen Ausweg aus dieser Zwickmühle. Anstatt Kapital in Anlagen zu binden, die möglicherweise nicht lange halten, zahlen Einzelhändler eine vorhersehbare monatliche Gebühr für den Zugriff auf die von ihnen benötigten Geräte. Wartung, Instandhaltung, Upgrades und Entsorgung werden vom Anbieter übernommen, wodurch Ausfallzeiten und betriebliche Probleme reduziert werden. Für Convenience-Märkte, in denen die Teams klein und die Fachkenntnisse im Bereich Kühlung begrenzt sind, ist diese Sicherheit von entscheidender Bedeutung.
In finanzieller Hinsicht trägt die Umstellung von großen Vorauszahlungen auf vorhersehbare monatliche Zahlungen dazu bei, den Cashflow zu schützen und die Kosten überschaubarer zu machen, was nicht nur den Cashflow schützt, sondern auch Kapital freisetzt, das an anderer Stelle im Unternehmen investiert werden kann. Genauso wichtig ist, dass dieses Modell die Einführung neuer, energieeffizienter Systeme erleichtert, ohne dass große einmalige Ausgaben anfallen. In vielen Fällen decken die Energieeinsparungen die Kosten für die Miete selbst.
Regulierung, Widerstandsfähigkeit und Bereitschaft
Die Auswirkungen der F-Gas-Verordnungen sind bereits im gesamten Einzelhandelssektor zu spüren, da die alten Kältemittel mit hohem GWP-Wert teurer und schwieriger zu warten sind. Für kleinere Formate ist die Umstellung auf integrierte Systeme, die natürliche Kältemittel verwenden, über ein EaaS-Modell nicht nur eine Lösung für regulatorische Herausforderungen, sondern bietet auch Nachhaltigkeitsvorteile ohne Kapitalaufwand und unterstützt damit ESG-Ziele.
Vollständig verwalteter Vertrag/Partnerschaft
Im Rahmen eines EaaS-Modells sind die Lieferanten dafür verantwortlich, dass die Geräte jederzeit in Betrieb sind, was bedeutet, dass eine effektive Überwachung und vorausschauende Wartung in den Service integriert sind. Mit vernetzter Technologie und Dateneinblicken können Einzelhändler den Energieverbrauch nachverfolgen, Risiken erkennen, bevor sie zu Ausfällen führen, und die Einhaltung von Vorschriften überwachen. Mit anderen Worten: Sie sind in der Lage, ihre Läden proaktiv zu verwalten, anstatt Zeit und Energie mit der Bekämpfung von Problemen zu verschwenden.
Das Gesamtbild
Im Lebensmitteleinzelhandel, insbesondere im Convenience-Einzelhandel, ging es schon immer um Agilität. Man muss die Kunden dort abholen, wo sie sind, und sich den lokalen Bedürfnissen anpassen. Doch was den Besitz von Ausrüstungsgegenständen angeht, war der Sektor erstaunlich konservativ. Eigentum schien einst sicher zu sein. Heute sieht es riskant aus. Die Kosten des Stillstands steigen, sei es durch Energierechnungen, die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften oder gestrandete Anlagen am Ende eines Leasingvertrags.
EaaS ist kein neues Modell. Andere Branchen haben sich diese Arbeitsweise bereits zu eigen gemacht. Das Baugewerbe und die verarbeitende Industrie beispielsweise nutzen seit langem Miet- und Servicemodelle, um die Bindung von Kapital in schweren Maschinen zu vermeiden. Doch der Einzelhandel hat sich weitgehend an die Eigentumsform gewöhnt. Kühlaggregate, Regalsysteme und Kassenterminals werden noch immer häufig als Vermögenswerte betrachtet, die in der Bilanz verbleiben - obwohl sich die Zeiten ändern und die Nachfrage nach EaaS jetzt zunimmt.
Zeit für Veränderungen?
Für Convenience-Einzelhändler ist es nicht mehr nur ein theoretisches Argument, den Besitz von Geräten zu überdenken - es ist dringend notwendig und zunehmend unvermeidlich. Kürzere Mietverträge, höhere Energierechnungen und zunehmender gesetzlicher Druck bedeuten, dass die alte Eigentümermentalität die Gefahr birgt, dass die Geschäfte genau in dem Moment ungeschützt sind, in dem sie am flexibelsten sein müssen.
Durch den Einsatz von Equipment-as-a-Service können Betreiber hohe Vorlaufkosten und laufende Probleme gegen vorhersehbare, verwaltete Lösungen eintauschen, die es ihnen ermöglichen, sich auf Kunden, Wachstum und Widerstandsfähigkeit zu konzentrieren. Der Convenience-Einzelhandel hat sich schon immer durch seine Anpassungsfähigkeit ausgezeichnet, jetzt ist es an der Zeit, dass seine Ausrüstungsstrategie aufholt.
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